Viersener Bahnhof – Vorne hui und hinten pfui

Ideen für den Bahnhof Viersener gibt es schon lange, nur an der Umsetzung hapert es. Die SPD sammelt nun pünktlich zum Bundestagswahlkampf Ideen für den Viersener Bahnhof. Dabei wartet die Bürgerinitiative Viersen-Hamm (BIVH) e. V. bereits seit 18 Monaten darauf, dass sich am Viersener Bahnhof etwas ändert.

Viersen – Der morgendliche Blick in die Zeitung ließ die Mitglieder der Bürgerinitiative Viersen-Hamm e.V. (BIVH) verständnislos mit dem Kopf schütteln. Bundestagsmitglied Udo Schiefner (SPD) und Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) wollen den Bahnhof in Viersen für die Besucher attraktiver machen, an der Idee ist nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Dabei stellte sich den Betroffenen allerdings die Frage: „Warum erst jetzt, pünktlich zum Bundestagswahlkampf und warum antwortet die Bürgermeisterin nicht auf Anfragen zum Bahnhof, die wir ihr bereits vor über sechs Wochen haben zukommen lassen?“, so Dr. Volker Breme, Sprecher der Bürgerinitiative. Bereits seit 2015 sei die BIVH rund um den Viersener Bahnhof aktiv. „Die erste Anregung betraf eine dringend benötigte Grundreinigung, welche zunächst vom Pressesprecher der Stadt auf Facebook mit seinem Privatprofil im September 2015 zurückgewiesen wurde.“ Die BIVH kontaktierte die DB Station & Service GmbH in Aachen, eigentlich Aufgabe der Stadtverwaltung. Erfolgreich, die DB Station & Service AG reinigte das ihr gehörende hintere Bahnhofsstück. Ähnlich verhielt es sich ein halbes Jahr später, als die BIVH sich für die Entfernung loser Farbreste an der Bahnhofsdecke einsetze, auch dieser Bitte kam die Deutsche Bahn nach, nachdem die BIVH sich erneut in Erinnerung gebracht hatte.

Die im Dezember 2015 eingereichte Anregung nach § 24 GO NRW zum Thema Bahnhofstunnel wurde formal abgelehnt, da die Stadt nicht Eigentümer des Bahnhofsgeländes war. Jedoch wurde in der STEP Sitzung vom Februar 2016 der Stadt der Auftrag erteilt sich in dieser Frage mit der Deutschen Bahn in Verbindung zu setzen. Eigentlich hätte dies schon früher geschehen müssen, um im Rahmen der laufenden Förderprogramme Berücksichtigung zu finden.

Die deshalb von der BIVH geäußerte Kritik, dass in den laufenden Programmen von Land und DB von der Stadtverwaltung kein Antrag gestellt worden war, wurde auf der Seite der Stadt mit der Veröffentlichung „Programme passen nicht“ beantwortet. Es wären nur Modernisierungen und keine Sanierungen im Programm zulässig. „Was hier allerdings nicht passte, war diese Behauptung, denn die Liste der bewilligten Projekte enthielt unter Nr. 14 die Sanierung des Personentunnels in Wuppertal Vohwinkel“, berichtet Dr. Volker Breme weiter.

Anfang Juni diesen Jahres wurde die Bürgermeisterin per E-Mail u. a. an den Auftrag an die Stadtverwaltung vom Februar 2016 erinnert und gebeten über den Sachstand zu berichten. „Anstelle einer Antwort durch die Bürgermeisterin durften wir nun in der Zeitung die Meldung lesen: SPD sammelt Ideen für Sanierung des Viersener Bahnhofs. Nach mehr als 18 Monaten nach dem Antrag der BIVH fängt jetzt die SPD an Ideen zu sammeln. Oder hat die E-Mail vom Juni heilsame Wirkung gehabt?“, sagt Dr. Volker Breme. „Würden nicht in wenigen Wochen Wahlen anstehen, würde wohl noch nicht einmal eine Ideensammlung vorgenommen werden. Wir sind gespannt, wann wirklich eine Sanierung passiert. Es gibt noch viel zu tun, wir bleiben dran.“ (re)

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