Viersener Beschäftigte der Schulreinigung demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen

„Schluss mit den Einschüchterungsversuchen der GEBA Geschäftsführung“ oder „Saubere Schulen nur mit sauberen Arbeitsbedingungen“ – die Forderungen der Reinigungskräfte in Viersener Schulen sind klar. Am Montagmorgen demonstrierten sie vor dem Viersener Stadthaus, denn die neuen Arbeitsverträge sind für sie nicht akzeptabel.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – „Geht es nach dem Gebäudedienstleister GEBA, sollen die Mitarbeiter sich bald verpflichten, 25 Prozent mehr pro Woche zu arbeiten, und zwar ohne den Mehrarbeitszuschlag. Die Arbeitszeit soll erst nach dem Umziehen beginnen, und nicht schon vor dem Anziehen der Arbeitskleidung. Der Jahresurlaub wird vom Arbeitgeber in den Schulferien ohne Rücksicht auf die Beschäftigten vorgeschrieben. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die Tag für Tag Viersens Schulen putzen“, kritisiert Mahir Sahin von der IG BAU Düsseldorf.

Foto: Rheinischer Spiegel

Für die Beschäftigten wären die neuen vorgelegten Arbeitsverträge deshalb nicht tragbar, sie wollen die bereits seit Jahren bestehenden Arbeitsverträge behalten. Rund 60 Beschäftigte sind von den neuen Verträgen in Viersen betroffen, weshalb sie am Montagmorgen vor dem Viersener Stadthaus demonstrierten und ihrem Ärger Luft machten. Die Geschäftsleitung müsse die bisherige Mehrarbeit im Arbeitsvertrag an die tatsächlich geleisteten Stunden anpassen, fordert Sahin. Die IG BAU ruft die Stadt dazu auf, sich zu fairen Arbeitsbedingungen in der Schulreinigung zu bekennen. „Dabei kommt es darauf an, dass die bisherigen Standards bei Mehrarbeitszuschlägen und Arbeitszeit erhalten bleiben.“

Besonders unangenehm sei in diesem Zusammenhang, dass nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) Teilzeit-Beschäftigte in der Reinigungsbranche Anspruch auf einen 25-prozentigen Mitarbeiterzuschlag hätten, doch das wäre der Firma offensichtlich ein Dorn im Auge. Gewerkschafter Sahin berichtet, dass Beschäftigte sich unter Druck gesetzt fühlten die schlechteren Arbeitsverträge zu unterschreiben. Hier seien dringend Verhandlungen erforderlich, damit nach den Sommerferien auch weiterhin die schmutzigen Toiletten, staubigen Flure und dreckige Klassenzimmer geputzt werden würden. (cs)