Viersener Grüne begrüßen Schnellbus-Konzept des VRR, fordern aber Korrekturen

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat vor kurzem endlich das von den politischen Gremien beauftragte Konzept für die Überarbeitung und Erneuerung der Schnellbuslinien im Verbundbereich vorgelegt. Einige Linien betreffen den Kreis Viersen, die Änderungen von SB 87 und SB 88 direkt die Stadt Viersen.

Viersen – „Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass zwischen den Städten mehr Schnellbusse in einem dichteren Takt fahren und die Bahnhöfe besser angebunden werden“, so Norbert Dohmen, Sprecher der Grünen im Ausschuss für Ordnung und Straßenverkehr. Doch sollen die Linien SB 87 und SB 88, die bislang Viersen bedienen, nicht mehr bis in die Kreisstadt führen. Das sei darauf zurückzuführen, dass die Stadt Viersen irrtümlich zunächst nicht zu den Besprechungen des VRR, in denen es um das neue Schnellbuskonzept ging, eingeladen war.

„Über den öffentlichen Nahverkehr müssen Zentren, Bahnhöfe, Gewerbegebiete, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Verwaltungen erreichbar sein“, fordert die grüne Bürgermeisterkandidatin Martina Maaßen. „Doch im neuen Konzept verliere die Kreisstadt Viersen ihre Anbindung an den Westkreis über Schnellbusse. Dessen Kommunen seien nur über Mönchengladbach oder von Kaldenkirchen aus erreichbar. Maaßen warnt: „Damit würde Viersen deutlich an Attraktivität verlieren.“

Verkehrsexperte Dohmen meint: „So geht das natürlich nicht. Wir fordern Korrekturen des Konzepts. Die Linie SB 87 ist beispielsweise sehr wichtig für die Anbindung von Kempen, Vorst, Anrath und Lobberich an Viersen. Und der SB 88 führte immer von Viersen über Waldniel und Niederkrüchten nach Brüggen, das soll so bleiben.“ Dohmen räumt ein, dass aktuell kein Handlungsbedarf vorliege, denn die Stadt müsse satzungsgemäß dem Konzept zustimmen. „Doch wenn sich Fehler einschleichen, muss man auf der Hut sein, damit sie nicht am Ende zur Realität werden.“ Beispielsweise werde in dem Konzept statt der Verlängerung der S 28 bis Viersen ein Schnellbus vorgeschlagen. Dohmen: „Das mag ein zwischenzeitliches Provisorium sein, doch bekanntlich halten Provisorien länger als erwartet.“

Foto: Free-Photos