Viersener Grüne werben für Aufstellung von Kunstautomaten im Stadtgebiet

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt das Aufstellen sogenannter „Kunstautomaten“ im Stadtgebiet. Hierzu sollen ausgediente Zigarettenautomaten umfunktioniert werden. Entscheiden muss darüber der Viersener Stadtrat in seiner nächsten Sitzung.

Viersen – Das vergangene Jahr und die noch immer anhaltende pandemische Lage waren für viele Kunstschaffende eine existenzielle Belastung. Die notwendigen Einschränkungen haben ihnen die Möglichkeit genommen, sich in der Öffentlichkeit mit ihrer Kunst präsentieren zu können. Museen waren nur eingeschränkt geöffnet, Märkte und Ausstellungen konnten nicht stattfinden.

Deshalb beantragt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Aufstellung von Kunstautomaten im Stadtgebiet. „Durch das Aufstellen von Kunstautomaten würde die Stadt Viersen die Kunst- und Kreativszene der Stadt beleben und lokalen und regionalen Kunstschaffenden eine Plattform bieten, die ihre Kunst einem breiten Publikum bekannt macht“, so die Kommunalpolitiker.

Kunstautomaten gibt es seit dem Jahr 2001. Das Konzept wurde vom Büro Kunstautomaten Kunst & Kreativhaus Rechenzentrum entwickelt und verbreitet. Mittlerweile stehen sie in ganz Deutschland und auch im benachbarten Ausland. Ein Kunstautomat ist ein individuell gestalteter Selbstbedienungsautomat in Form eines ausgedienten Zigarettenautomats. Für einen kleinen Geldbetrag kann eine Schachtel erworben werden, die ein Kunstwerk und einen Beipackzettel mit Informationen über das Leben und das Werk des Künstlers sowie Kontaktinformationen enthält. Dabei stellt das erworbene Kunstobjekt in Form eines kleinen Bildes, eines Objekts, eines Texts in Lyrik oder Prosa oder einer Zeichnung jeweils ein Unikat dar und kann aus vielfältigen Materialien gestaltet sein. Von der Größe und der Gestaltung des Kunstwerks hängt jeweils der Preis ab, den der Käufer entrichtet.

„Der Automat wird für die Stadt kostenneutral angebracht oder aufgestellt und laufend bestückt sowie kostenfrei gewartet. Der gesamte Service wird durch das Büro in Potsdam organisiert. Die angebotenen Kunstobjekte können jedoch überwiegend oder ausschließlich von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region angekauft werden, sodass Wertschöpfung auch der örtlichen Kunstszene zugutekommt“, erklären die Grünen-Kommunalpolitiker weiter. „Machen wir den Menschen in Viersen mit Kunstautomaten Lust auf Kunst und schaffen eine Schnittstelle zwischen ihnen und den KünstlerInnen -ganz ohne Berührungsängste! Die Automaten ermöglichen den ViersenerInnen einen preiswerten Zugang zur Vielfältigkeit der Kunst. Das beschriebene Konzept steigert durch den Überraschungseffekt den Kaufanreiz und bietet rund um die Uhr die Möglichkeit, ein spontanes Geschenk zu erwerben. Zudem werten die als Unikat gestalteten Automaten öffentliche Plätze auf und machen den Aufenthalt attraktiver. Da der Gewinn ohne Abzug bei den Kunstschaffenden verbleibt und für die Stadt keinerlei Kosten entstehen, können alle Seiten nur profitieren.“ (opm/paz)

Ein Kunstautomat ist ein individuell gestalteter Selbstbedienungsautomat in Form eines ausgedienten Zigarettenautomats. Foto: MichaelGaida/Pixabay