Viersener Integrationsrat nahm Zuwanderer aus Südosteuropa in den Blick

In den vergangenen Jahren hat die Zuwanderung aus den südosteuropäischen Staaten Rumänien und Bulgarien zugenommen. Während in der Stadt Viersen bisher keine auffälligen Zuwanderungen verzeichnen kann, sieht das Bild in Mönchengladbach anders aus. Vor mittlerweile drei Jahren wurde aufgrund dieser Situation das Projekt „SEO“ ins Leben gerufen, denn in Zukunft sei durchaus mit Verlagerungen in die Nachbarkommunen zu rechnen. 
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Viersen – Ein letztes Mal vor der Kommunalwahl im September trafen sich die Mitglieder des Viersener Integrationsrates im alten Rathaus – zu wenig für eine Entscheidung über aktuelle Anträge, denn der Ausschuss war nicht beschlussfähig. Vorsitzende Züleyha Tok nutzte die letzte Sitzung für einen Dank an alle Anwesenden und die langjährige erfolgreiche Arbeit. Im September stellen sich einige der bisherigen Integrationsratsteilnehmer erneut zur Wahl.

Begleitet wurde die Sitzung von einem Gastvortrag zum Projekt „Gesellschaftliche Teilhabe und Integration Zugewanderter aus Südosteuropa“. Projekt-Leiterin Yvonne Jeurißen informierte über die Zuwanderung aus den südosteuropäischen Staaten Rumänien und Bulgarien innerhalb der Stadt Mönchengladbach. Vor vier Jahren kam das Land NRW auf die Stadt Mönchengladbach zu, weil die Anteilsquote von Zuwanderern aus Südosteuropa mehr als 2 % gerechnet auf die Einwohnerzahl betrug. Während zu dieser Zeit nur neun weitere Städte ein ähnliches Projekt starteten, ist die Zahl der beteiligten Kommunen mittlerweile auf 23 angewachsen. Yvonne Jeurißen berichtete von nicht gemeldeten Gruppen in Abbruch-Häusern ebenso wie Wohnsituationen in denen sich 15 Personen neun Quadratmeter teilen.

Unbeschulte Kinder, Kfz-Massenanmeldungen und „Schlepper-Organisationen“ durch eine Ausbeutung der Zuwanderer Sozialleistungsmissbrauch ebenso vorantreiben wie eine Schuldensituation ihrer „Schützlinge“ indem sie sie vermehrt Telefonverträge abschließen lassen. Zu Beginn ihrer Arbeit ging die Verwaltung von rund 50 % nicht einwohnerrechtlich erfassten Personen aus, hier konnte die Zahl mittlerweile durch stetige Besuche und Beratungsgespräche gesenkt werden. Während in Mönchengladbach die Anteilsquote in Mönchengladbach bei zurzeit rund 3 % liegt, wurden in Viersen Meldungen von 0,8 % festgestellt. Doch gerade durch das Aufdecken der Schlepper-Organisationen oder das „Beratergeschäft“ innerhalb der südosteuropäischen Zuwanderer ist früher oder später mit einer Verlagerung in andere Kommunen zu rechnen, weshalb nach der Corona-Pandemie die Zusammenarbeit in diesem Bereich intensiviert werden soll. (ea)

Ein letztes Mal vor der Kommunalwahl im September trafen sich die Mitglieder des Viersener Integrationsrates im alten Rathaus. Foto: Rheinischer Spiegel

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