Viersener Lyriker veröffentlicht zweiten Gedichtband

Till Rodheudts zweiter Gedichtband „sub specie eternitatis“ spannt einen weiten Bogen zwischen digitaler Technik und den Mythen der Antike, immer grundiert von den Fallstricken und Höhenflügen im Zwischenmenschlichen.

Viersen – Wenn „eine verbrannte lebensplanung“ und die „unfertigen / versuche verschwinden wie flüchtige fischer / dörfer“, dann ist ein Verskünstler am Werk, der sich niemals mit der Oberfläche der Wörter zufriedengibt, sondern die Sprache auf ihren innersten Gehalt hin abklopft. Der Lyriker Till Rodheudt meldet sich zurück mit einem wortgewaltigen Gedichtband: „sub specie aeternitatis“ ist, wie sein Debütband „zwischen den Beats, in der Lyrikedition „Poesie 21“ bei Steinmeier erschienen. Es ist der erste Hardcoverband dieser Reihe, die seit 2006 zeitgenössische Gedichtbände in deutscher Sprache präsentiert.

Till Rodheudt, geboren 1974 in Köln, studierte Germanistik und Philosophie in Bonn und Frankfurt am Main, unter anderem bei Alfred Schmidt. Er legte eine Veröffentlichung über Ernst Jünger vor. Von 2001 bis 2020 war er in verschiedenen Managementrollen in Personaldienstleistungskonzernen in Frankfurt und Düsseldorf tätig. Till Rodheudt lebt heute mit seiner Familie am Viersen und hat sich in der deutschsprachigen Lyrikszene bereits einen Namen gemacht.

Till Rodheudts zweiter Gedichtband „sub specie eternitatis“ spannt einen weiten Bogen zwischen digitaler Technik und den Mythen der Antike, immer grundiert von den Fallstricken und Höhenflügen im Zwischenmenschlichen. Foto: Privat

Mit seinem besonderen, unverwechselbaren Ton verdichtet er die Hauptfragen der Gegenwart zu lyrischer Essenz. In seinen Gedichten geht es mal um den Zustand der sogenannten Zivilisation, mal um verlorene Utopien, immer auch um die Fallstricke und Höhenflüge im Zwischenmenschlichen.

Gezielt richtet Rodheudt sein lyrisches Augenmerk auf das Grundsätzliche, auf die Basis dessen, was zu tagesaktuellen Debatten führt. Dabei berühren sich fast zwangsläufig die Errungenschaften der Moderne wie Technik oder Naturwissenschaft mit den Mythen und Motiven zurückliegender Epochen. Mit großer Eleganz verknüpft dieser Dichter Elemente des allgemeinen lyrischen Kanons mit Zeitgenossenschaft und legt auf diese Weise poetisch Zeugnis ab über die großen Themen der Menschheit: das Ich zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Himmel und Hölle, Gesellschaft und Einsamkeit.

In einem nicht abreißenden Fluss aus Gedanken, verfasst in konsequenter Kleinschreibung und durchwegs in Fließtext, schreiben sich die Gedichte aus Till Rodheudts neuem Band „sub specie eternitatis“ ins Gedächtnis ein, mal mit feinen Nadelstichen, mal mit kraftvollem Nachdruck, immer aber messerscharf analytisch in ihrer geschliffen klaren Poesie: „meine wasserblasen sind paukenschläge / sprich abgeschminkte stürme kurhäuser des vergessens“. Eine lyrische Stimme, die lange nachhallt. (opm)

Till Rodheudt
sub specie aeternitatis
Gedichte
104 Seiten, Hardcover
POESIE 21 bei Steinmeier, Deiningen 2021,
EUR 12,80 [D]
ISBN 978-3-943599-84-8
Erscheinungstermin: August 2021