Viersener Schulen könnten schmutzig werden – Reinigungskräfte protestieren am kommenden Montag

Schmutzige Toiletten, staubige Flure, dreckige Klassenzimmer: Nach den Sommerferien könnte es so in Viersens Schulen aussehen. Der Grund: Die rund 60 Beschäftigten der Schulreinigung akzeptieren die neuen Arbeitsverträge nicht, die ihnen ihr Arbeitgeber vorgelegt hat. Das berichtet die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU.

Viersen – „Geht es nach dem Gebäudedienstleister GEBA, sollen die Mitarbeiter sich bald verpflichten, 25 Prozent mehr pro Woche zu arbeiten, und zwar ohne den Mehrarbeitszuschlag. Die Arbeitszeit soll erst nach dem Umziehen beginnen, und nicht schon vor dem Anziehen der Arbeitskleidung. Der Jahresurlaub wird vom Arbeitgeber in den Schulferien ohne Rücksicht auf die Beschäftigten vorgeschrieben. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die Tag für Tag Viersens Schulen putzen“, kritisiert Mahir Sahin von der IG BAU Düsseldorf. Die Beschäftigten hätten schon seit Jahren Arbeitsverträge, die sie auch behalten möchten. Die Verschlechterung durch neue Verträge wollten sie nicht hinnehmen. Die Geschäftsleitung müsse die bisherige Mehrarbeit im Arbeitsvertrag an die tatsächlich geleisteten Stunden anpassen, fordert Sahin.

Mit einer Protest-Aktion vor dem Stadthaus wollen die Mitarbeiter am kommenden Montag, 8. Juli, ihrem Ärger Luft machen. Die IG BAU ruft die Stadt dazu auf, sich zu fairen Arbeitsbedingungen in der Schulreinigung zu bekennen. „Dabei kommt es darauf an, dass die bisherigen Standards bei Mehrarbeitszuschlägen und Arbeitszeit erhalten bleiben.“

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) haben Teilzeit-Beschäftigte in der Reinigungsbranche Anspruch auf einen 25-prozentigen Mehrarbeitszuschlag. „Das ist der Firma GEBA offensichtlich ein Dorn im Auge. Deshalb werden die Beschäftigten unter Druck gesetzt, schlechtere Arbeitsverträge zu unterschreiben, um dem Unternehmen Geld zu sparen“, so Gewerkschafter Sahin. Doch dagegen weigerten sich die Mitarbeiter.

Als „Bestrafung“ habe es dann eine Anordnung der Geschäftsführung gegeben, es sollten künftig keine Mehrarbeit geleistet werden. Erst wenn der verschlechterte Arbeitsvertrag unterzeichnet werde, dürften die Beschäftigten wieder Überstunden machen, berichtet Sahin. Da zugleich kein zusätzliches Personal eingesetzt werde, nehme GEBA bewusst in Kauf, dass Klassenzimmer und Schultoiletten schmutzig blieben.

„Offenbar versucht die Geschäftsführung so, den Widerstand der Beschäftigten zu brechen. Da machen sie aber nicht mit. Klar ist: Saubere Schulen sind nur mit sauberen Arbeitsbedingungen möglich“, so Sahin weiter. Die IG BAU ruft GEBA auf, die Standards aus dem bisherigen Rahmentarifvertrag zu erhalten und die Einschüchterungsversuche gegen die Beschäftigten zu beenden.

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