Viersens erste Imamin referierte über Frauen als tragende Säule der Religion

Bereits seit Anfang des Jahres ergänzt die junge Religionsbeauftragte Hatice Rabia Bolu die Viersener Moschee. Zum Tag der offenen Moschee in der vergangenen Woche lud sie interessierte Gäste zu einem hörenswerten Vortrag in die Räume an der Süchtelner Straße.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Bereits seit 25 Jahren luden in der vergangenen Woche Moscheen zu einem Besuch ein, der Tag der offenen Moschee stand in diesem Oktober unter dem Motto „Moscheen gestern und heute.“ Bundesweit beteiligten sich rund tausend Moscheegemeinschaften, darunter ebenfalls die Viersener Moschee, die der Türkisch Islamischen Union Ditib angehört. Geleitet wurde der diesjährige Tag der offenen Moschee in Viersen durch den Integrationsratsvorsitzenden Özgür Öztürk, selbst Vorstandsmitglied der Moschee Viersen, welcher von der stellvertretenden Integrationsratsvorsitzenden Houda Zarzouri begleitet wurde.

Bereits seit Anfang des Jahres ergänzt die junge Religionsbeauftragte Hatice Rabia Bolu (2. v. l.) die Viersener Moschee. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die Gastgeber blickten zurück auf die Geschichte, aber auch die Entwicklung und den Wandel der Moscheen in Deutschland. Bestes Beispiel war hierfür die junge Religionsbeauftragte Hatice Rabia Bolu, die bereits seit Anfang Januar 2021 in der Viersener Moschee an der Süchtelner Straße 16 tätig ist. Die gebürtige Krefelderin absolvierte ihr Abitur am ehemaligen Fichte-Gymnasium und studierte anschließend Islamische Theologie in der Türkei. Aktuell absolviert sie ihr Masterstudium an der Universität Osnabrück, zudem steht sie kurz vor ihrem Abschluss als Notfallbegleiterin. Bereits während ihres Studiums war Imamin Hatice Rabia Bolu ehrenamtlich engagiert, leitete hierbei zudem Bildungsaktivitäten in Hochschulgemeinden.

Ihr Vortrag „Frauen als tragende Säule der Religion“ wurde mit großem Interesse der Gäste begleitet, welche hierbei die Möglichkeit nutzten mit einer deutschsprachigen Imamin verschiedenste theologische Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Religionen zu erörtern. „Ich hoffe, dass ich mit meinen Kenntnissen einen nützlichen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann – insbesondere in Bezug auf eine interreligiöse Kommunikation“, so Hatice Rabia Bolu. „Der persönliche Kontakt hilft dabei die bestehenden Vorurteile zu reduzieren und deshalb freue ich mich auf jede Begegnung mit meinen Mitmenschen.“ Sie lächelt und zitiert den Politikwissenschaftler Anton Pelinka. „Jede Art von Vorurteil ist das Resultat einer Flucht vor der Komplexität.“ (cs)

Geleitet wurde der diesjährige Tag der offenen Moschee in Viersen durch den Integrationsratsvorsitzenden Özgür Öztürk (mitte), selbst Vorstandsmitglied der Moschee Viersen, welcher von der stellvertretenden Integrationsratsvorsitzenden Houda Zarzouri (rechts) begleitet wurde. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming