Vierte Gedenkfeier der Brauchtumsverbände im St. Kamillus Kolumbarium

Zum 4. Mal trafen sich die Schützen des Bezirksverbandes Mönchengladbach, Rheydt, Korschenbroich sowie die Karnevalisten des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes im St. Kamillus Kolumbarium, um der Verstorbenen der Bruderschaften sowie der Karnevalsgesellschaften zu gedenken.

Kartheuser, Claßen, Thoren

Mönchengladbach – Die Schützen allgemein wurden durch den Bezirksbundesmeister Horst Thoren sowie das Bezirkskönigshaus vertreten, die Karnevalisten durch den 1. Vorsitzenden Gert Kartheuser. Zum ersten Mal war auch ein Prinzenpaar der Stadt, nämlich Dirk und Martina, anwesend. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, dieser Gedenkstunde beizuwohnen. Mitinitiator dieser Veranstaltung war der Ehrenvorsitzende des MKV, Bernd Gothe, der auch dieser Veranstaltung beiwohnte.

Unter den Klängen der Orgelmusik von Hans-Dieter Klein zogen die Standarte des Bezirksverbandes, die Standarte des MKV sowie 7 weitere Fahnen der Bruderschaften in die Kirche ein.

Heinz-Josef Claßen (Foto re.) als Geschäftsführer des Kolumbariums begann seine Begrüßung mit den Worten: beim 4. Mal ist es Tradition und Brauchtum. Glaube, Sitte, Heimat trifft Halt Pohl und All Rheydt ist im vierten Jahr hintereinander die Überschrift zu einem Treffen des Mönchengladbacher Brauchtums in der Grabeskirche St. Kamillus. Ein Treffen um Freundinnen und Freunde, die im vergangenen Jahr verstorben sind, zu gedenken. So soll es auch zukünftig mit ihrer Hilfe und Unterstützung sein.

Bevor aus ihrer Mitte die Namen der verstorbenen Bruderschaftler und Karnevalisten vorgelesen werden, gestatten Sie mir bitte dieses Jahr ausnahmsweise einen Verstorbenen zu nennen, der vom ersten Tag an diese Veranstaltung mit prägte, nämlich den am 19. Februar verstorbenen früheren Hausherr, Pater Ferdinand Pützhoven.

Weiter ging es mit dem Grußwort von Horst Thoren. Sein erster Satz war „Trauer ist der Preis der Liebe“, so hatte es ein guter Freund formuliert, der inzwischen selbst verstorben war. Für ihn war es auch besonders schmerzhaft, weil im letzten Jahr sein Vater verstarb. Durch Trauer und Schmerz drückt man aus, dass man Menschen geliebt hat. Der Tod beendet das irdische Dasein, nicht aber die Erinnerungen an schöne Stunden, wofür man dankbar sein kann. Man erinnert sich an frohe Stunden, aber auch an Stunden, in denen man Hilfe erfahren hat. Weiter erinnerte er auch an diejenigen, die in den letzten Wochen verstorben sind.

Zwei Namen wollte er nicht unerwähnt lassen. Einmal Hanni Eiermanns, die als älteste Königin mit 87 Jahren auftrat. In ihren letzten Tagen im Hospiz wollte sie noch einmal Schützenmusik hören, was die Betreuer als einen Lockruf verstanden. Weiter Hans-Josef Heupts, der Jahrzehnte lang im Bruderrat tätig war. Er war zwar etwas krank, aber dass er so schnell gehen musste, daran hat keiner gedacht, denn er fehlt allen.

Thoren freute es, dass so viele zu dieser Gedenkstunde gekommen waren. Er hatte weiße Rosen mitgebracht und verteilte diese an die anwesenden Damen mit den Worten, diese Blume steht für Freude und auch für Trauer. Sie hilft Traurigkeit zu überwinden und an das Gute zu denken.

Es folgte dann das Grußwort des MKV-Chefs Gert Kartheuser. Als dieses Gotteshaus im Herbst 2015 zur Grabeskirche umgewandelt wurde, hatte Jochen Bücker, Karnevalsprinz des Jahres 2006, die Idee, hier eine dauerhafte Gedenkstätte für das Mönchengladbacher Brauchtum einzurichten. Brauchtum ist bekanntlich ein gemeinsames Band, das die Menschen miteinander verbindet – sogar über den Tod hinaus. Sowohl der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Bezirksverband Mönchengladbach-Rheydt-Korschenbroich mit seinem Chef Horst Thoren als auch der MKV mit seinem Vorgänger Bernd Gothe, fanden die Idee gut und unterstützten die Durchführung vom ersten Tag an.

Er kam noch einmal auf das Motto des diesjährigen Karnevals zurück „Gladbach blüht auf“. Er kam deshalb darauf zurück, weil im Kolumbarium ein im Jahr 2015 gesetztes zartes Pflänzchen wächst, weiter blüht und offenbar auch gedeiht.

Eigens im Sinne des Gedenkens wurde an einer prominenten Stelle eine Urnenwand hergerichtet. An dieser markanten Stelle sind mittlerweile viele Namen von verstorbenen Mitgliedern oder Freunden dokumentiert. Jetzt kommen wieder zwei Platten mit den Namen der im vergangenen Jahr Verstorbener hinzu.

Aus dem zarten Pflänzchen, von dem er eingangs sprach, ist mittlerweile eine starke und mehrjährige Staude geworden. Er verband mit diesem Grußwort den Wunsch, dass diese Staude noch viele Jahre blüht und gedeiht. Diese Einrichtung und diese Veranstaltung möge allen noch lange Gelegenheit geben, sich gemeinsam einmal im Jahr der verstorbenen Freunde zu erinnern.

Dann wurden die Namen der Verstorbenen in den Bruderschaften von Franz Joeris und die der Karnevalsgesellschaften von Dr. Markus Hardenack vorgelesen.

Bezirkspräses Pfarrer Johannes van der Vorst sprach für den verstorbenen Pater Ferdinand Pützhofen. In dieser Stunde denken wir an die Verstorbenen des letzten Jahres, aber auch an all diejenigen, die uns bereits verlassen haben. Ohnmächtig steht man vor der Macht des Todes, aber mit Hoffnung auf das Leben. Den Angehörigen sollte man Trost und Zuversicht schenken und zu Gott beten, dass er sie in die ewige Heimat aufnehme. Es gibt immer die Hoffnung auf ein Wiedersehen und die Liebe im Herzen bewahren, denn das Leben geht weiter. Wo der Tod trennt, baut Gott eine Brücke durch Gebet und Erinnerungen. Mit dem „Vater unser“ bat er die Anwesenden für sich selbst zu bitten, wenn einmal dieser Weg gegangen werden muss.

Anschließend segnete er die beiden Gedenktafeln, die dann unter Orgelmusik und Glockengeläut im Brauchtumshain des Eingangs der Grabeskirche befestigt wurden.       (Text: Marlene Katz)               Fotoalbum Gedenkfeier