Volkstrauertag: Gedenken an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Die Ortsgruppe Viersen-Dülken der Landsmannschaft Ostpreußen, Westpreußen und Danzig gedachte am Kreuz des Deutschen Ostens der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In diesem Jahr blickt die Landsmannschaft auf 75 Jahre deutsche Vertriebene und Flüchtlinge in Dülken zurück.  

Gedenken/Viersen-Dülken – Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag und findet alljährlich zwei Wochen vor dem 1. Advent statt. In vielen Kommunen organisieren Mandatsträger, Mitglieder des Volksbundes, aber auch andere Vereine Gedenkveranstaltungen, wie die Landsmannschaft, zur Erinnerung an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Am Vortag führen Landtag NRW, Landesregierung NRW und Volksbund NRW traditionell eine gemeinsame zentrale Gedenkveranstaltung durch, die in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie online stattfand.

Der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp sagte: „Jedes Jahr mahnt uns der Volkstrauertag innezuhalten und der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen zu gedenken. Sie erinnern uns daran, dass das Leben in Frieden und Freiheit, wie wir es heute führen, keine Selbstverständlichkeit ist. Wir müssen für unsere Werte eintreten und für Frieden und Verständigung sorgen – in Deutschland, Europa und in der Welt. Der Schlüssel für eine gemeinsame Zukunft liegt in verlässlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit. Dafür ist der Volkstrauertag ein mahnendes Beispiel.“

1922 ins Leben gerufen, diente der Volkstrauertag zunächst dem Gedenken der Toten des Ersten Weltkrieges. Die Nationalsozialisten benannten den Tag in „Heldengedenktag“ um und stellten ihn in den Dienst ihrer kriegsverherrlichenden Propaganda. Seit 1945 wird am Volkstrauertag auch der zivilen Opfer des Krieges gedacht. So treten neben die toten Soldaten auch die Frauen, Kinder und Männer, die in den besetzten Ländern und in Deutschland zu Opfern von Krieg und Gewalt geworden waren. Hierzu zählen ausdrücklich auch die Menschen, die aus politischen, religiösen, so genannten „rassischen“ oder anderen Gründen verfolgt und ermordet worden waren. Heute ist der Volkstrauertag den Toten von Krieg und Gewalt gewidmet und dient zugleich der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. Der diesjährige Volkstrauertag steht im Zeichen des 75-jährigen Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges.

Weit über vierzigtausend Menschen haben in den ersten Nachkriegsjahren auch im heutigen Kreisgebiet Viersen Zuflucht und Aufenthalt gesucht und gefunden. Das Ende der Kampfhandlungen ab 8. Mai 1945 und die noch etwa fünf Jahre währenden Vertreibungen markieren einen unbestreitbar tiefen einschneidenden historischen Umbruch in Mitteleuropa der noch heute nicht wahrhaftig aufgearbeitet ist. Schlicht gehalten erinnert das „Kreuz des deutschen Ostens“ auf dem Friedhof in Dülken als Ort der Trauer und als Mahnmal gegen das Vergessen an die Toten im deutschen Osten während des Zweiten Weltkrieges. Initiiert hatte die Aufstellung im Jahre 1951 die Ortsvereinigung der Ostvertriebenen und Flüchtlinge. (nb/Kreis Viersen/Land NRW)

Die Ortsgruppe Viersen-Dülken der Landsmannschaft Ostpreußen, Westpreußen und Danzig gedachte am Kreuz des Deutschen Ostens der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Foto: Jürgen Zauner

 

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