„Volles Haus“ auf der Dülkener Bierbörse

Gefeiert wurde am Wochenende rund um den Dülkener Alten Markt mit der 12. Bierbörse, auf der es 350 Biersorten zu verkosten gab und die Geselligkeit im Vordergrund stand. Fünfzehn Platzverweise sprach die Polizei aus, die gemeinsam mit dem Ordnungsamt gegen die Wildpinkler ankämpfte.

Foto: Rheinischer Spiegel/oj

Viersen-Dülken – In diesem Jahr leider nicht mit dabei war das Schiff der Stralsunder Störtebeker-Brauerei, das zu den absoluten Highlights der Bierbörse gehörte. Aber das störte bei dem umfangreichen Angebot an rund 30 Ständen die tausenden von Bierliebhaber nicht, die sich am vergangenen Wochenende mittlerweile nach guter niederrheinischer Tradition in Dülken auf der Bierbörse trafen. Alleine am „Haus der 131 Biere“, einem Spezialisten für ausländische Biere, fiel die Auswahl schwer, während sich zum heimischen Highlight bereits am Freitag das Dölker Mühlen Bier von der Malzmühle positionierte.

Zum ersten Mal wurde die obergärige Biermarke mit dem Dölker Stripke auf der Bierbörse vorstellt, vertrieben wird es von dem bekannten Dülkener Torsten Grüters (43). Ebenfalls Craft-Keeper, kleine Brauereien, boten ein außergewöhnliches Angebot mit schmackhaftem Gerstensaft und wer an den drei Veranstaltungstagen Abwechslung suchte, der fand schnell die Cider-Hütte mit dem süßen Apfelschaumwein. Ebenfalls das Allgäuer Büble, das Tiger aus Singapur oder das Alt-Bayreuther Braunbier, angeboten an einem Stand der einer mittelalterlichen Taverne glich, fanden ihre Fans. Der unterschiedliche Geschmack der Hopfenkaltschorlen aus allen Teilen der Welt blieb hier nicht verborgen. Für die Liebhaber der süßen Noten wartete das beliebte Honig- und Kirschbier am Mundschenk von Philip Stutzke. Neben den alteingesessenen Bieren aus Abteien und Klöstern wie dem Grimbergener Abteibier wurden einige geschmackliche Schätze angeboten.
Nicht alle Biere wurden gebraut nach dem „guten, alten“ Reinheitsgebot von 1516, aber dennoch schmackhaft. Melanie Helbig war mit einer ganzen Gruppe Freundinnen nach Dülken gereist. „Zum vierten Mal“, lachte sie und hob gekonnt das aus Polen stammende Bier Zywiec in die Höhe bevor die Damen bewiesen, dass sie den Männern an diesem Abend in nichts nachstanden.

Für die Grundlage zum Biermarathon hatte der Veranstalter aus Erkelenz ebenfalls gesorgt, so konnten die Besucher zwischen Herzhaftem aus Ungarn, Gegrilltem oder Süßem bis hin zu Crêpes wählen. Am Samstag war es so nicht verwunderlich, dass es über 2.500 Bierliebhaber nach Dülken zog, am Sonntag hatte der Werbering Viersen zu einem verkaufsoffenen Sonntag eingeladen – der Bier-Bummel lohnte sich.

Am Rand der Bierbörse aber eröffnete sich ein anderes Bild. Zu späterer Stunde wurde die Pfarrkirche St. Cornelius gerne zum Ziel der Wildpinkler, weshalb nicht nur ein Cross-Urinal aufgestellt wurde, auch die Pielengasse war versperrt worden, Polizei und Ordnungsamt gingen hart gegen die sich in den Schatten Suchenden vor. Insgesamt wurden 23 Wildpinkler verwarnt, davon einer mit erhöhtem Verwarngeld (55 statt 35 Euro) an der Kirche. Außerdem musste der KOV einmal wegen einer Schlägerei eingreifen, die konsequent beendet wurde. Bei einer Personalienfeststellung eines Wildpinklers wurde ein Mitarbeiter des KOV tätlich angegriffen. Er erlitt dabei eine Gesichtsverletzung, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Der KOV setzte Zwangsmittel ein. Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sind erfolgt. Die eingesetzten Polizeikräfte sprachen bis Sonntagmorgen 15 Platzverweise aus. Zwei „Börsianer“ wurden in Gewahrsam genommen. Insgesamt nahmen die Beamtinnen und Beamten der Polizei acht Strafanzeigen wegen Sachbeschädigungen und Körperverletzungen auf. „Angesichts der vielen Besucher sind wir mit der Bilanz und dem Einsatzverlauf sehr zufrieden“, so Andreas Rekel, Einsatzleiter der Polizei. Die gute Zusammenarbeit und erhöhte Präsenz von Polizei und Stadt fiel auch viele Besucherinnen und Besucher auf, die das den Einsatzkräften entsprechend positiv zurückmeldeten. Trotzdem, den einen oder anderen erwischten sie nicht, weshalb in einigen Ecken bei den hohen Temperaturen am Rand des Geschehens ein leichter Uringeruch wahrzunehmen war. Acht Beamte des Ordnungsamtes hatten ein Auge auf die Feiernden, wirkliche Konfliktsituationen gab es nicht bei der friedlichen Stimmung mit der gefeiert wurde. (nb)