Von der Öffnung der Dülkener Lange Straße bis zur „Panzerblitze“ – Was steht an in 2021

Keine schwarze Null wird am Ende der kommenden Monate auf dem Konto der Stadt Viersen zu sehen sein. Geschätzt wird die Verschuldung 124 Millionen Euro betragen. Sparen muss Viersen weiterhin, doch ohne Investitionen geht es dennoch nicht.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Ein Defizit von 5.032.600 Euro führt der Entwurf des Haushaltsplans 2021 der Stadt Viersen aus, 124 Millionen Euro wird die Verschuldung betragen. Ende des Jahres wird die Pro-Kopf-Verschuldung jedes Einwohners bei rund 1.600 Euro liegen.
Kosten, an denen ebenfalls verschiedenste Maßnahmen einen Anteil haben, denn für die zukunftsfähige Gestaltung der Stadt sind Investitionen notwendig.

So hatte der Viersener Stadtrat bereits 2014 die Gesamtstrategie für den historischen Stadtkern Dülken beschlossen und im Juli 2019 die Öffnung der Lange Straße empfohlen, in 2021 sollen die baulichen Maßnahmen nun beginnen.
Die Umgestaltung der Lange Straße soll unter der Prämisse erfolgen, den Durchgangs- und Abkürzungsverkehr zu vermeiden und die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund zu rücken. Auf der geplanten Einbahnstraße soll der Radverkehr in beide Richtungen möglich sein, die Lange Straße als verkehrsberuhigter Bereich ausgeschildert werden mit einem niveaugleichen Ausbau, der im Sinne der Barrierefreiheit gestaltet wird. Vom Westgraben bleibt die Durchfahrt zum Nordgraben und zum Parkring Dülken erhalten. Vom Westgraben in Richtung Viersener Straße gibt es eine Sackgasse mit Wendemöglichkeit für Fahrzeuge bis zur Lieferwagengröße. Es ist keine Ein- und Ausfahrt in die Viersener Straße möglich (Poller). Feuerwehr und Rettungskräften ist die Zufahrt/Ausfahrt möglich. Die Kurze Straße sowie der Domhof bleiben mit Pollern von der Langen Straße getrennt. Neu wird auch die Börsenstraße von der Langen Straße durch Poller getrennt, damit eine widerrechtliche Befahrung der Fußgängerzone verhindert wird. Aufgrund des sehr schmalen Straßenquerschnitts des Westwalls und des dort bereits eingeschränkten Nutzerkreises, bleibt der Westwall für ein- und ausfahrende Fahrzeuge (Garagennutzer) offen. Der Anlieferungsverkehr der Blauensteinstraße fährt in Zukunft statt nach Norden zur Viersener Straße in Richtung Peterboroughplatz ab. Insgesamt sollen 22 öffentliche, unbewirtschaftete Stellplätze, davon ein Behindertenstellplatz eingerichtet werden.

An der Blauensteinstraße sollen die Treppenstufen entfernt und der gesamte Bereich höhenmäßig ausgeglichen werden. Für den Standort des Tien Anton wird eine leichte Mulde ausgebildet. Zudem soll die Blauensteinstraße im Bereich zwischen den Platanen einen neuen Pflasterbelag. Der unversiegelte Bereich um die Platanen wird mit einer ungebundenen Decke deutlich vergrößert. Um keine Stolperfallen in diesem Bereich zu generieren, werden die Ränder mit Metallkanten bodengleich eingefasst. Die Oberfläche des Platzes am Hühnermarkt bleibt unverändert, da dies den Auftakt in die Fußgängerzone darstellt. Die Altstadtleuchten bleiben laut aktuellen Plänen erhalten, allerdings werden die Abfalleimer und Fahrradständer erneuert. Bei den Bauarbeiten werden alle Baum- und Pflanzbeete ausgetauscht, da alle Linden zu nah an den Häuserfronten bzw. unmittelbar neben Gasleitungen oder auf Wasserleitungen. Zehn Baumstandorte werden deshalb bei der Umgestaltungsmaßnahme aufgegeben. Noch wird geprüft ob zwei Linden aufgrund ihres Alters umgesetzt werden können, hinzu kommen Neupflanzungen. Zur Hervorhebung des Tien Anton wurde ein Lichtkonzept ausgearbeitet, das mit Bodeneinbauleuchten arbeitet.

Daneben steht die bauliche Sanierung der Sportanlage an der Brandenburger Straße an und auch die Rettungswache Dülken soll einen Neubau erhalten – ebenso wie Neubauten von OGS-Gebäude an städtischen Grundschulen, die weitere Plätze schaffen sollen. Erneuert wird auch die Weiherstraße, während zudem die Brücken am Hammer Bach eine längst erwartete Sanierung erfahren.

Zwar in der Planung, aber von den Entscheidungen der Politik abhängig ist der Erwerb einer „Panzerblitze“. Die mobile, vandalismushemmende Radareinheit ist hochmodern, gut getarnt und kaum zu erkennen. Meist sehen sie aus wie ein Mix aus einem Stromkasten, einem Betonklotz und einem Mini-Panzer. Die Verkehrmesseinheit kann ohne rotes Licht blitzen sowie dank direkter Datenübertragung selbst ohne Personaleinsatz in der Nacht zum Einsatz kommen.

Fortgeführt werden soll weiterhin die Pflanzoffensive für Bäume im Stadtgebiet nach den Hitzeperioden der Vorjahre oder die Umgestaltung der Fußgängerzone Süchteln. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept hat der Stadtrat 2017 beschlossen, es definiert die langfristigen Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte für Süchteln. Als eine der ersten Maßnahmen des Stadterneuerungsprogramms InSEK Süchteln soll die Aufwertung der Fußgängerzone mit Fördermitteln umgesetzt werden. Zahlreiche Süchtelnerinnen und Süchtelner haben an der Online-Befragung zur Aufwertung der Süchtelner Fußgängerzone teilgenommen.

Fahrradboxen am Viersener Bahnhof und Fahrradabstellanlagen am Dülkener Bahnhof sowie Kinderinseln auf der Löhstraße oder die Verbesserung der Radverkehrssituation an der Freiheitsstraße und ein ÖPNV-Verknüpfungspunkt am Bahnhof Viersen sollen in 2021 durch die Planungen eines Zweitstandortes Primusschule ergänzt werden. Ein volles Programm, denn daneben stehen nicht wenige Maßnahmen, die noch nicht beendet sind oder fortgeführt werden sollen. Die energetische Sanierung der Turnhalle an der Anne-Frank-Gesamtschule, die Sanierungsmaßnahmen des 2. Bauabschnittes an der Paul-Weyers-Schule, der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen im Stadtgebiet oder der Ausbau der IT-Infrastruktur in städtischen Schulen sind nur wenige Punkte, die es in den kommenden Monaten zu bearbeiten gilt. (cs)