Von Raumfahrern und Himmelsstürmern: Der Himmel war offen an Christi Himmelfahrt

Mit dem Fahrrad zum Steinlabyrinth starteten an Christi Himmelfahrt rund 80 Gläubige zu einem gemeinsamen Open-Air-Gottesdienst der drei evangelischen Gemeinden Viersen, Süchteln und Dülken, um gemeinsam den Blick nicht nur gen Himmel zu richten, sondern ihn auch kritisch über die Erde wandern zu lassen.

Viersen – Nicht häufig kommt es vor, dass bei einem Gottesdienst die Textzeilen „Völlig losgelöst von der Erde“ von Peter Schilling eingespielt werden, doch es war auch kein alltäglicher Gottesdienst den die drei evangelischen Gemeinden vorbereitet hatten. Mit einer Fahrradsternfahrt beginnend trafen sich die Gläubigen am Hohen Busch zu einem Open-Air-Gottesdienst unter dem Motto „Von Raumfahrern und Himmelsstürmern“, passend für Jesus „Aufstieg“, dem an Christi Himmelfahrt gedacht wurde. Während die Besucher auf Bänken und Decken Platz nahmen und den Worten der vier Pfarrer lauschten, verband sich das Lachen der Kinder mit den christlichen Liedern.

Doch so sorgenlos und schwerelos wie bei „Major Tom“ mag es zurzeit gar nicht sein, wie in der Dialogpredigt zwischen Pfarrerin Kathinka Brunotte und Pfarrer Hans Bretschneider offenbar wurde, denn die Erde ist zerbrechlich und die Menschheit ist nicht gut mit ihr umgegangen. Bretschneider, der die Erinnerungen seiner Ballonfahrt darbrachte, hielt inne, berichtete von dem Blick von oben und dem Erkennen wie angegriffen die Erde bereits ist. Der größtmögliche Verzicht auf Plastik oder das Energiesparen im Pfarrhaus und die Bienen im Pfarrgarten sind wichtige Schritte um irgendwann vielleicht doch wieder etwas sorgenloser auf seine Umgebung schauen zu können. Handlungen und Entscheidungen, denen sich jeder problemlos anschließen kann für ein gemeinsames Ziel.

„Wir müssen hinschauen, aufstehen und uns einsetzen“, so Hans Bretschneider. „Toleranz und Miteinander statt Egoismus und miteinander in den Blick nehmen was unserer Erde schadet.“ Bewegende Worte, die zustimmend von den Gläubigen angenommen wurden – umrahmt von einem Gottesdienst, der nicht nur Christi Himmelfahrt gedachte und mit seinem frischen Ablauf Himmel und Erde verband. Das Gedenken endete mit einer Kollekte für die Dülkener Einrichtung Robin Hood sowie einem gemeinsamen Picknick am Steinlabyrinth. Auch wenn an diesem Tag die Wolken nicht aufrissen, so nahmen die Gläubigen dennoch einen wärmenden Funken Hoffnung und den Wunsch nach Veränderung mit sich. (nb)

Drei Gemeinden, ein Gottesdienst – am Viersener Steinlabyrinth berührten sich Himmel und Erde.
Foto: Rheinischer Spiegel