Vorsicht vor Datensammlern: Von angeblichen Gutscheinen und falschen Gewinnspielen

Erneut sind angebliche REWE- und EDEKA-Gutschein-Gewinnspiele unterwegs, bei dem zahlreiche Daten abgefragt werden. Die Lebensmittelkette selbst hat mit der Aktion nichts zu tun und vergibt auch nicht „nur heute an jeden einen 250 Euro Gutschein“.
Von RS-Redakteur Dietmar Thelen

Faktencheck Eine vermeintliche REWE- oder EDEKA-Gutschein-Aktion spielt zurzeit in den sozialen Netzwerken den Köder für Datensammler. Doch die Lebensmittelketten selbst hat mit den angeblichen Gutscheinen nichts zu tun und vergibt auch nicht „nur heute an jeden einen 250 Euro Gutschein“.

Folgen Nutzer dem Link werden Daten abgefragt, die bereits von anderen Fake-Gewinnspielen der Datensammler bekannt sind. Ebenfalls nicht neu ist der Counter, der herunterzählt um den Nutzer unter Druck zu setzen. Dabei „gewinnt“ eigentlich jeder, denn es geht nur um die Daten der Teilnehmer, die anschließend die vermeintliche Gutschein-Aktion sogar noch teilen sollen. Angekommen am Ende der Eingabemasken dann die große Überraschung, denn der „REWE-Gutschein“ hat sich in einen 100 Euro ALDI-Gutschein gewandelt.
Ein bekanntes Vorgehen von Datensammlern, denn während der Fragen muss zudem die Erlaubnis von Werbezusendungen per Mail, Post, Telefon oder Push-Nachrichten erteilt werden.

Alle Jahre wieder bedienen sich Seitenhersteller auf Facebook fremder Logos und veranstalten dubiose Gewinnspiele – häufig nur mit dem Ziel Daten aktueller Nutzer zu sammeln, denn diese können teuer verkauft werden. Vor dem Teilen von Gewinnspielen sollte deshalb unbedingt vorher die Seite geprüft oder ein Blick in das Impressum geworfen werden.

Bei der aktuellen Aktion handelt es sich wahrscheinlich um ein Provisionsprogramm. Eine solche Verlinkung ist nach der aktuellen Gesetzgebung rechtswidrig, denn hier werden Daten mit einer Provision vergütet. Möglich ist ebenfalls das Auslesen der Daten über das Gerät des Teilnehmers. Welches Provisionsprogramm aufgerufen wird, hängt deshalb meist von den Daten des Teilnehmers selbst ab, so wird eine Partnerwebseite gesucht die die Vorlieben des Teilnehmers beinhaltet. Von einer unrechtmäßigen Datensammlung, über einen Seitenverkauf bis hin zu einer Abofalle – alles ist möglich.

Deshalb:
– Das „Gewinnspiel“ nicht teilen oder weiterschicken
– Unseren Bericht gerne teilen, damit möglichst viele gewarnt werden. (dt)

Screenshot: Rheinischer Spiegel