Aldi oder doch nicht Aldi?: Vorsicht vor dubiosen Gutschein-Gewinnspielen

Aldi verschenkt Gutscheine nur für ein paar Fragen und Aldi hat schon wieder Geburtstag? Kann das stimmen? Eher nicht, denn bisher scheinen Teilnehmer keinen Gutschein erhalten zu haben, dafür haben sie jedoch wertvolle persönliche Daten preisgegeben – auf einer Seite, die mit Aldi gar nichts zu tun hat. Bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder auf zahlreichen Medienseiten und von der Polizei vor solchen Teilnahmen gewarnt. Mittlerweile meldete sich Aldi Süd mit einer Stellungnahme zu Wort und distanzierte sich von dem „Gewinnspiel“.

Aldi Süd hat sich bereits in einer Stellungnahme von dem Gewinnspiel distanziert.
Screenshot: Rheinischer Spiegel

Faktenfinder – Sie wechseln sich auf Facebook ab … Fake-Gewinnspiele und Fake-Umfragen bei denen ein Gutschein für ein paar scheinbar normale Fragen versprochen wird. Auch aktuell wandert wieder ein angeblicher Aldi-Gutschein durch das soziale Netzwerk. Zum Geburtstag verschenkt Aldi tausendfach Gutscheine und fordert dafür eine kleine Umfrage – doch hierbei geht es nicht um einen Gutschein, sondern um persönliche Daten der Nutzer.
Eigentlich müsste der Fall mittlerweile bekannt sein und spätestens auf der ersten Seite der Umfrage lohnt es sich näher hinzusehen. Denn der Post wird seit Tagen tausendfach geteilt und es sind immer noch mal 332, mal 558 oder mal 1.397 Gutscheine erhältlich? Mit dem Druck zwingt der Seitenbetreiber die User zum Handeln.

Da lohnt sich dann auch ein Blick auf die Geschäftsbedingungen zum „Gutschein“: Jeder Coupon wird durch einen Code identifiziert und hat unterschiedliche Belohnungen. Der Kläger kann während der Buchungsphase über die gewünschte Belohnung entscheiden, während er an die Bedingungen gebunden ist, die mit der Einlösung des Gutscheins verbunden sind.

Screenshot: Rheinischer Spiegel

Dabei laufen diese Gewinnspiele/Gutscheine immer ähnlich ab: Nach einigen völlig unwichtigen Fragen ist man schnell auf einer Seite, die dann auch noch Rechtschreibfehler aufweist. Ein angeblicher Gutschein wird versprochen und dann geht der „Spaß“ für den Anbieter erst los. Denn mit den nächsten Schritten sammelt er für ihn wichtige und wertvolle Daten. Daten die er verkaufen kann, Daten mit denen die User sogar ihre Facebookinformationen teilweise preisgeben. Hier MUSS der Teilnehmer die Info zum Gutschein auf Facebook teilen, wodurch der enorme Effekt der Verteilung zustande kommt und wieder neue Teilnehmer auf das Affiliate-Programm aufmerksam gemacht werden. Solche Verlinkungen sind nach der aktuellen Gesetzgebung rechtswidrig, denn hier werden Daten mit einer Provision vergütet. Welches Provisionsprogramm aufgerufen wird hängt deshalb meist von den Daten des Teilnehmers selbst ab, so wird eine Partnerwebseite gesucht die die Vorlieben des Teilnehmers beinhaltet.

Den Gutschein der verschiedenen Anbieter gibt es eher nicht, dafür aber Werbung, manchmal sogar einen teuren Absoservice oder sogar einen Facebook-Hack. So oder so, hier geht es nur um den Handel von Daten – Ihrer Daten.

Deshalb:
– Den Link nicht anklicken
– Das „Gewinnspiel“ bzw. den „Gutschein“ nicht teilen oder weiterschicken. (cs)

Screenshot: Rheinischer Spiegel

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