Vorsicht vor Kettenbriefen – Neue Facebookregel gibt es nicht

Er ist wieder da, der Kettenbrief, der bereits seit mehreren Jahren und in verschiedenen Sprachen Facebook durchläuft. Auch „vorsorglich“ ist er völlig unsinnig. Facebook wird ebenfalls durch das Posten nicht zu einer „öffentlichen Einrichtung“ und hat alleine durch die Benutzung der Plattform das Recht Fotos als Werbung zu nutzen.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Faktenfinder – „Heute beginnt die neue Facebook/Meta-Regel, wo sie deine Fotos verwenden können. Denkt dran, heute ist Meldeschluss! Das könnte in einer Strafverfolgung gegen dich verwendet werden. Alles, was du gepostet hast, wird heute gepostet – auch die Beiträge, die gelöscht wurden. Kostet nichts, einfach kopieren und posten, besser als später zu bereuen.
Nach UCC-Gesetz, Artikel 1-207, 1-308 … Ich setze meinen Rechtsvorbehalt durch …
ICH VERBIETE Facebook/Meta oder andere mit Facebook/Meta verwandte Personen, meine Fotos, Informationen, Nachrichten oder Nachrichten in der Vergangenheit und in Zukunft zu verwenden. Mit dieser Aussage teile ich Facebook/Meta mit, dass es streng untersagt ist, aufgrund dieses Kontos und/oder dessen Inhalte gegen mich offenzulegen, zu kopieren, zu verbreiten oder andere Maßnahmen gegen mich zu ergreifen. Der Inhalt dieses Kontos ist privat und vertraulich. Verletzung meines Privatlebens kann per Gesetz bestraft werden.
HINWEIS: Facebook/Meta ist jetzt eine öffentliche Organisation. Alle Teilnehmer sollten so einen Hinweis posten.
Ich gebe Facebook/Meta nicht die Erlaubnis, meine auf ihrer Webseite veröffentlichten Informationen zu teilen. FOTOS, AKTUELL oder VERGANGEN, POST, TELEFONNUMMER ODER POSTS Absolut nichts darf ohne meine schriftliche Erlaubnis in irgendeiner Form verwendet werden.“

Alle Jahre wieder tauchen Kettenbriefe auf Facebook auf, die völlig ungeprüft fleißig geteilt werden. Dass der Text inhaltlos und ohne Zusammenhang ist, scheint dabei nicht zu interessieren. Angeblich führe Facebook neue Regeln ein um die Fotos der Nutzer frei verwenden zu können, mit dem Teilen des Textes sei der User von diesen Problemen frei.

Dieser Kettenbrief ist mittlerweile ein Mix aus verschiedenen Kettenbriefen, die alle in die Fakewelt gehören. Hierzu hat Facebook selbst bereits vor einigen Jahren eine Stellungnahme veröffentlicht und auf den Hoax hingewiesen – geteilt wird der Kettenbrief dennoch fleißig weiter. Alleine durch die Benutzung von Facebook hat man nämlich bereits Rechte an den eigenen Fotos abgegeben.

So heißt es in den AGBs: „Insbesondere wenn du Inhalte, die durch geistige Eigentumsrechte geschützt sind (wie Fotos oder Videos), auf oder in Verbindung mit unseren Produkten teilst, postest oder hochlädst, gewährst du uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare und weltweite Lizenz, deine Inhalte (gemäß deinen Privatsphäre- und App- Einstellungen) zu hosten, zu verwenden, zu verbreiten, zu modifizieren, auszuführen, zu kopieren, öffentlich vorzuführen oder anzuzeigen, zu übersetzen und abgeleitete Werke davon zu erstellen. Diese Lizenz dient nur dem Zweck, dir unsere Produkte bereitzustellen. Das bedeutet beispielsweise, dass du uns, wenn du ein Foto auf Facebook teilst, die Berechtigung gibst, es zu speichern, zu kopieren und mit anderen zu teilen (wiederum im Einklang mit deinen Einstellungen); dies können u. a. Dienstleister sein, die unseren Dienst oder andere von dir genutzte Facebook-Produkte unterstützen. Du kannst diese Lizenz jederzeit beenden, indem du deine Inhalte oder dein Konto löschst.“ (Februar 2020). Facebook darf damit automatisch alle hochgeladenen Bilder kostenlos für eigene Zwecke wie Werbung nutzen solange das Profil existiert.

Fazit: Der Kettenbrief gehört zu den Fakemeldungen auf Facebook und das Posten bindet nur wertvolle Lebenszeit. Wer die Rechte an seinen Fotos behalten will, der muss sein Profil auf Facebook löschen. (cs)

Facebookregel öffentliche Einrichtung
Screenshot: Rheinischer Spiegel