VVV: Das Otto-Fest und der Sturm auf den Bismarckturm

Zum ersten Fest rund um den Bismarckturm hatte der Verschönerungsverein Viersen am Freitagabend eingeladen und konnte direkt zweifach einen Sturm erleben – Platzregen und über 400 begeisterte Gäste. Die Einladung zu diesem Abend nahmen Besucher aus nah und fern trotzdem gerne wahr um zum gemeinsamen Gespräch oder dem Blick über die grünen Baumwipfel zusammenzukommen.
Von RS-Redakteur Nadja Becker

Der Bismarckturm erstrahlte in blau und rot. Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Eine planerische Glanzleistung im Vorfeld hatten die Mitglieder des Verschönerungsvereins Viersen (VVV) auf die Beine gestellt. Strom und Wasser, Beleuchtung und mobile Toiletten – viele Gäste bedeuten auch viel Arbeit. Gelohnt hat sie sich auf jeden Fall und die positiven Stimmen der zahlreichen Besucher untermauerten den Erfolg des Festes.

Dennoch gab es an diesem Abend anscheinend einen überirdischen Zuschauer, der wohl nicht zum ersten Otto-Fest rund um den Bismarckturm kommen konnte und deshalb die Schleusen des Himmels öffnete. Mehr als ein Mal ging ein Platzregen nieder und verwandelte den Boden in eine nasse Matschlandschaft. An den Bänken und Tischen tropfte das Wasser unaufhörlich herunter, kleine Bäche flossen von Viersens höchstem Punkt aus in den Wald hinein. Um fünf Uhr noch glaubte wohl niemand mehr so richtig an den Erfolg des so hervorragend vorbereiteten Abends. Doch dann folgten nicht nur einige Gäste dem beleuchteten Weg mit den rund 50 LED-Leuchten hoch zum Bismarckturm und den köstlichen Gerüchen von Reibekuchen oder Bratwurst, die Schausteller Edi Tusch kredenzte – am Ende durfte der VVV über 400 Gäste begrüßen. Ebenfalls der stellvertrende Bürgermeister Hans-Willy Bouren (CDU), der die Grüße der Stadt überbrachte, zeigte sich begeistert von der Kulisse.

Mit dem Verstummen des Regens wurde es lebendig rund um den Bismarckturm, der in rot und blau illuminiert war. Diese Lichter standen für die moderne Fassung der Befeuerung des Bismarckturms. Zur Erklärung sei hier etwas in der Geschichte geforscht, denn der Dresdner Architekt Wilhelm Kreis entwarf damals den Entwurf „Götterdämmerung“, nach welchem zahlreiche Bismarcktürme bebaut wurde. Auch der Viersener Bismarckturm, wenn auch etwas schlanker, findet hier seine Vorlage und erhielt eine aufgesetzte Feuerschale. Bei der Eröffnung des Bismarckturms 1901 fand die erste Befeuerung statt, die bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs jährlich am Geburtstag Bismarck wiederholt wurde. Am Freitag wurde aus diesem Feuer eine beeindruckende Lichttechnik und auch auf die Blaskapellen wurde verzichtet – um die Musik kümmerten sich gekonnt der Viersener Musiker Cristian Pichardo und ein Saxophonspieler.

Mit dem Hubsteiger eröffnete sich auf 25 m ein fantastischer Blick. Foto: VVV

Wer den Bismarckturm nicht nur von unten betrachten wollte, der konnte sich mutig mit der Kabine eines Hubsteigers auf 25 Meter in die Höhe ziehen lassen. Die Höhe des Bismarckturms von 18,22 m wurde hiermit sogar noch einmal überschritten und ließ auch den Blick über die Bäume auf die Umgebung zu – so, wie es zur Bauzeit des Turms war, denn damals konnten Besucher vom Bismarckturm aus bis auf die Niers-Niederungen blicken. Die Besucher des Abends hoffen auf eine Wiederholung des engagierten Verschönerungsvereins Viersen und der erfolgreichen Veranstaltung, bei welcher der Bismarckturm wieder in seinem besonderen Glanz erstrahlen kann. (nb)


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