Waldbrand im Naturschutzgebiet De Meinweg nicht mehr unter Kontrolle

Update: Gegen 16.30 Uhr erhielten wir die Nachricht, dass das Feuer auf der niederländischen Seite aktuell nicht mehr unter Kontrolle ist. Es sei durch die Winde erneut entfacht worden und habe sich wieder ausgebreitet. Es wurden weitere Feuerwehreinheiten alarmiert und die Einsatzkräfte sind zuversichtlich, das Feuer schnell wieder unter Kontrolle zu kriegen.


Die Feuerwehren haben den Heide- und Waldbrand in der deutsch-niederländischen Grenzregion Niederkrüchten / De Meinweg unter Kontrolle, so die aktuelle Meldung des Kreises Viersen. Gestern gegen 13.30 Uhr wurde die Niederkrüchtener Wehr alarmiert, weil auf rund 1.000 Quadratmetern die Heideflächen im Naturschutzgebiet Meinweg Feuer gefangen hatten.

Region – Zunächst versuchten Feuerwehrleute gemeinsam mit Kollegen aus dem Kreis Heinsberg und den Niederlanden den Brand zu löschen. Weitere Wehren wurden dazu gerufen. Nach Informationen von Kreisbrandmeister Rainer Höckels in Abstimmung mit der niederländischen Feuerwehr, ist mittlerweile eine Gesamtfläche von 170 Hektar im deutsch-niederländischen Grenzgebiet betroffen. Das Feuer war zunächst in den Niederlanden ausgebrochen und hatte sich dann aufgrund des Ostwindes auf deutscher Seite auf einer Fläche von 10 Hektar ausgebreitet.

„Daraufhin haben wir unsere Strategie geändert“, sagt Kreisbrandmeister Rainer Höckels. „Große Heideflächen brennen zu schnell ab und haben in diesem Fall die Einsatzkräfte gefährdet“. Stattdessen schützten die Feuerwehrleute mit einer rund zwei Kilometer langen Schneise den leicht entzündlichen Kiefernwald. Ein Problem stellte die Wasserversorgung dar: Das Löschwasser musste aus der mehr als sieben Kilometer entfernten Schwalm entnommen werden.

Aktuell (Dienstag, 21. April, 12 Uhr) brennen noch mehrere Bodenfeuer im Heidegebiet kontrolliert ab. Jeweils rund 500 Feuerwehrleute waren und sind im Schichtbetrieb im Einsatz. Sie stammen im Rahmen des Katastrophenschutzkonzeptes nicht nur aus den Wehren aus dem gesamten Kreis Viersen, dem Kreis Heinsberg sowie Limburg Nord. Es sind zudem auch Kameradinnen und Kameraden aus den Städten Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Mühlheim und Essen sowie den Kreisen Mettmann, Wesel, Neuss und Kleve beteiligt. Außerdem sind der Katastrophenschutz NRW sowie das DRK und der Malteser Hilfsdienst vor Ort. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei waren im Einsatz.

„Mein herzlicher Dank an alle Einsatzkräfte! Der schwierige Einsatz war sehr gut koordiniert und die Feuerwehrleute haben erstklassig zusammengearbeitet“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen, der sich gestern mit Niederkrüchtens Bürgermeister Karl-Heinz Wassong vor Ort ein Bild vom Einsatz gemacht hat. „Es macht sich bezahlt, dass wir dieses Szenario vor Kurzem geübt haben.“ Erst im September hatten die Kreis-Feuerwehren einen ähnlichen Einsatz in Niederkrüchten simuliert. Im Rahmen seiner Klimastrategie aus dem Januar weist der Kreis Viersen auf ein höheres Heide- und Waldbrandrisiko infolge des Klimawandels hin. „Der gestrige Großbrand macht deutlich, dass wir bereits mit gravierenden Folgen des Klimawandels konfrontiert sind. Wir dürfen die Themen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung auch in Zeiten der Corora-Pandemie nicht aus dem Blick verlieren“, mahnt Landrat Dr. Coenen. (Meldung Kreis Viersen)

Foto: Ylvers

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