Warten auf Antwort – weder einfach, noch zeitnah: Fragen Sie die Stadt Viersen nach dem Hundekot!

Für Kessie, den Bretonen-Spaniel, sind die vielen Hundehaufen am Rand der Kleingartenanlage ein Geruchspunkt nach dem anderen, für die Herrchen werden diese aber zum Hindernislauf. Ein Ärgernis, das dazu führte sich an unsere Redaktion zu wenden, um dem Unmut Luft zu verschaffen. Ein Anruf bei der Stadt Viersen soll erste Informationen bringen zu den aktuellen Bußgeldern und den Kontrollen, doch nach mehreren Weiterverbindungen, Vertröstungen und Rückrufhinweisen ist die einzige Information: Fragen nach Hundekot bei der Viersener Verwaltung – Weder einfach, noch zeitnah.

Viersen/Kolumne – Mittlerweile sind zwei Wochen ins Land gegangen ohne Antwort auf zwei einfache Fragen. „Wie hoch ist das Bußgeld für das Liegenlassen eines Hundehaufens und kontrolliert die Stadt Viersen die Wege in den Kleingartenanlagen?“ Telefonisch einfach zu beantworten dachten wir uns und riefen das Ordnungsamt an. Dafür sei der Herr am Telefon nicht zuständig und verbindet uns weiter – und weiter. Man rufe zurück. Gut, doch einige Tage später ist immer noch kein Rückruf erfolgt, also wieder an das Telefon. Eine Antwort hätte man noch nicht für uns, aber man melde sich. Drei Anrufe später. Wenigstens die Höhe des Bußgeldes wäre doch schon einmal eine Antwort, doch auch hierauf könnte man keine Auskunft geben. Ob diese Frage auch bei anderen Städten ein solches Problem ist? Wir suchen willkürlich Stadtverwaltungen heraus und greifen zum Telefon. Nein, dort braucht es nur einen Anruf mit einer Weiterverbindung und unsere Fragen sind beantwortet.

Nun wissen wir, dass in Moers 50 Euro, in Hattingen 35 Euro, in Düsseldorf ab 100 Euro (je nachdem wo der Hundehaufen hinterlassen wird) fällig werden und auch die Strafenanlagenverordnung in Mönchengladbach ist schnell am Telefon geöffnet und unsere Frage mit 50 Euro beantwortet. Dazu gibt es eine umfassende Aufklärung zu Kontrollen. Für Wiederholungstäter wird es zudem in vielen Städten schnell teurer. Gelsenkirchen weist mit einer Information auf ihrer Internetseite auf das Hundekotproblem hin, direkt mit passender Rückfragetelefonnummer.

Die Stadt Krefeld hat sogar eine Stelle für die Hundekotstationen geschaffen um den riechenden Tretmienen Einhalt zu gebieten. Der Herr am Krefelder Anschluss hat die Antwort auf unsere Frage ohne Suchen parat: 30 – 50 Euro sind es bei Ersttätern und abhängig ob der Kothaufen auf einem Kinderspielplatz oder in der Innenstadt „vergessen“ wurde. Bei Wiederholungstätern steigt auch hier die Höhe der Strafe. „Und“, sagt er, „wenn wir eine schriftliche Zeugenaussage erhalten, dann gehen wir der Sache unverzüglich nach.“ In Köln kann es mit bis zu 500 Euro richtig teuer werden. „Dass die Strafen nicht überall gleich hoch sind, liegt daran, dass die Kommunen die Strafgelder selber festlegen könnten“, sagt die nette weibliche Stimme am am anderen Ende der Leitung. „Deshalb gib es keinen einheitlichen Verwarn- oder Bußgeldkatalog.“ Sie kann uns deshalb nicht darüber informieren, wie die Sache in Viersen gehandhabt wird, aber Informationen für die Stadt Köln, davon hat sie jede Menge für uns. Schön, dass es auch anders geht und Anfragen ernst genommen werden. (pl)

„Das Hundekotproblem stinkt zum Himmel“