Weinen und Lachen waren eng vereint beim Kappenabend der KV de Üüle

Ausverkauft hieß es am Wochenende im Dülkener Bürgerhaus, als die de Üüle zu ihrem beliebten Kappenabend und einem bunten Programm einluden. Doch nicht nur jeckes Lachen erschallte, denn Tanzmariechen Mona Stobbe verabschiedete sich an diesem Abend, zumindest als Solotänzerin, von der Bühne. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Lange Tischreihen mit lilafarbener Dekoration, passend zu der Vereinsfarbe des Karnevalsvereins de Üüle empfingen die närrischen Gäste im Dülkener Bürgerhaus. Bis zum letzten Platz besetzt, verblasst langsam die Erinnerung an die Zeit, in der die Gesellschaft noch im kleinen Saal der SG Dülken begonnen hatte und umgezogen war, als die Kappenabende langsam aber sicher aus allen Nähten platzten.
Begleitet von den Klängen des Dülkener Tambourcorps gaben die Mitglieder ein stattliches Bild bereits beim Einzug durch den Saal, auf der Bühne schien es fast so, als ob selbst diese langsam zu klein werden würde.

Wie eng Freud und Leid im Brauchtum beieinanderstehen, dass mussten an diesem Abend auch die Karnevalisten erfahren, denn Sitzungspräsidentin Judith Stobbe, die erstmals nach zwei Jahren Krankheit wieder durch die Veranstaltung führen konnte, verabschiedete an diesem Abend das Mariechen der Gesellschaft und Tochter Mona Stobbe zumindest als Solokünstlerin von der Bühne. Erhalten bleibt sie innerhalb der Tanzgarde und ebenfalls als Trainerin der großen Garde wird sie weiterhin dabei sein. Dennoch, selbst die Auszeichnung mit der Ehrenmitgliedschaft im Karnevalsverein de Üüle konnte die Tränen nicht unterdrücken, die spätestens in dem Moment die Wange passierten, als der vollbesetzte Saal zu einem Abschiedslied einstimmte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Wenn auch tänzerisch, zumindest im Bereich der Moderation verabschiedete sich Mona Stobbe an diesem Abend glücklicherweise nicht, die als Co-Moderatorin bewies: Nicht nur tanzen kann sie, reden kann sie auch. Unter den Ehrengästen des Abends konnte sie CDU-Ortsbürgermeisterin Simone Gartz ebenso willkommen heißen, wie das Boisheimer Prinzenpaar oder die FEN-Landespräsidentin Ingeborg Gartz. Bevor allerdings die weiteren Ehrengäste ihren Auftritt fanden, begeistern die Käuzchen des Vereins mit ihrem Tanz, für den sie in den vergangenen Monaten fleißig geprobt hatten.

Erst dann hatten die weiteren närrischen Tollitäten, die Kinderprinzenpaare aus Süchteln, Mia I. und Ben I., und Dülken, Emil I. und Lara-Sophie I., ihren großen Auftritt auf der Bühne, perfekt um ebenfalls mit ihren Liedern und Tänzen zu brillieren.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Aus Böxlund an der deutsch-dänischen Grenze war das DJ Ötzi Double Kay Christiansen angereist. Seine wasserstoffblonde Stoppelhaarfrisur und der Bart ließen kaum einen Unterschied zum Original erkennen, nur eines fehlte: Der österreichische Dialekt. Den nämlich ahmt er nicht nach, wenn er den Party-Schlager des Originals auflegt und die Menschen mitreißt. An diesem Abend war es in Dülken nicht anders und so heizte er die Stimmung nochmals gekonnt an, bevor dann die kleine Tanzgarde Jubel für ihren Auftritt entgegennehmen durfte.

Ebenso nach der Pause begeisterte der vereinseigene Mariechen-Nachwuchs, Clara und Emily, mit einem Medley, an den sich erneut blaues, närrisches Blut anschloss, denn in diesem Jahr regieren Marco I. & Sonja I. die Narrenstadt. Ihr Lied und der Tanz der Exprinzessin der Crazy Kids, Sara, mit akrobatischen Mariechenteil war ihr Geschenk nicht nur an die Gesellschaft, sondern auch an die Gäste aus der ganzen Region. So ging es Schlag auf Schlag tänzerisch weiter, schließlich durfte an einem solchen Abend ebenfalls die große Tanzgarde der KV de Üüle nicht fehlen.

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller

Das Bürgerhaus wollte feiern und die Stimmen aus dem Publikum begleiteten den Auftritt, bis sie in einem Chor mit der Tanzgruppe Revolution aus Hückelhoven mündeten. In rot-schwarzem Glitzeroutfit riss der temperamentvolle Auftritt der Truppe mit, die fast vollständig aus Mädels bestand, unter die sich allerdings auch zwei „Hähne im Korb“ gemischt hatten. Der Auftritt wurde neben gekonnten Hebefiguren interaktiv mit den Gästen umgesetzt, damit auch ja keiner auf seinem Platz verblieb – und erst langsam wieder Ruhe einkehrte, als zwei bekannte Gesichter die Bühne übernahmen. Willi und Ernst standen an diesem Abend direkt mehrfach in Viersen auf der Bühne, hatten sie doch ebenfalls einen Auftritt bei den Roahser Jonges im Notburgasaal. Mittlerweile haben die „2 Rentner aus Leidenschaft“ eine große Fangemeinde quer durch alle Altersstufen und ziehen mit viel Begeisterung und Leidenschaft durch die Säle des rheinischen Karnevals. Mit ihrem Zwiegespräch rissen Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum in Dülken mit, schließlich waren die Lachmuskeln noch nicht ausreichend trainiert worden in der gerade erst beginnenden Session.

Mit der kölner Band Kuhl un de Gäng endete der Abend bei bester Stimmung, als es hieß: “Wenn wir feiern, dann feiern wir hart”. Perfekt als Ausklang für das letzte Bild des Abends gemeinsam mit den Prinzenpaaren und der großen Tanzgarde auf der Bühne. Wer übrigens an diesem Abend nicht genug von kölscher Mundartmusik erhaschen konnte, erst im Oktober vergangenen Jahres hat die Band ihr neustes Album „UNTER STROM“ herausgebracht, mit dem sich zu Hause nach einem gelungenen Abend bei der KV de Üüle weiterfeiern lässt. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Joachim Müller