Weiter steigende Arbeitslosigkeit in Krefeld und im Kreis Viersen

„Mit den Maidaten werden weiter die Auswirkungen der Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Gegenüber dem Vormonat gibt es knapp 1.228 Arbeitslose mehr, jedoch gibt es auch leicht positive Tendenzen.“

Kreis Viersen/Krefeld – „Die Dynamik des Anstiegs hat sich gegenüber April etwas verlangsamt und die Zahl der Arbeitslosen hat in Krefeld und im Kreis Viersen bislang nicht das hohe Niveau der Finanzkrise erreicht“, äußert sich Dr. Bettina Rademacher-Bensing, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, über die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

„Die Unternehmen im Agenturbezirk nutzen das Instrument der Kurzarbeit, um in der Coronakrise ihre Mitarbeiter zu binden. Gut 5.000 Anzeigen sind bei der Agentur für Arbeit Krefeld seit März 2020 eingegangen. Betriebe haben nach der Anzeige drei Monate Zeit, um ihre Abrechnungen einzureichen. Erst dann lässt sich erkennen, wieviel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Es ist eine gute Botschaft, dass viele Unternehmen in der Region dieses Angebot nutzen und damit verhindern, dass Menschen arbeitslos werden. Das dadurch gehaltene Personal kann dann das Wiederhochfahren aktiv betreiben“, so Rademacher-Bensing weiter.

Der Mai zeigte einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 1.228 (oder plus 5,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Mai des Vorjahres liegt die Arbeitslosigkeit um 3.057 Personen höher. Die Arbeitslosenquote im Bezirk beträgt nun 8,4 Prozent (April: 8,0 %; Vorjahr: 7,4%).

Seit März wurden 5.049 Anzeigen auf Kurzarbeit im Agenturbezirk gestellt, davon waren 68.793 Personen betroffen. Der Zugang im Mai lag deutlich unter den Zahlen aus April (Mai: 377 Anzeigen mit 5.829 Personen; April: 3.827 Anzeigen mit 50.885 Personen).
In der Stadt Krefeld waren es seit März 2.216 Anzeigen und 30.998 Personen, im Kreis Viersen 2.833 Anzeigen und 37.795 Personen.
* die Maidaten sind vorläufig mit Datenstand 27. Mai 2020

Insgesamt waren in Krefeld und im Kreis Viersen im Mai 24.057 Männer und Frauen arbeitslos. Davon werden 8.284 Männer und Frauen durch die Agentur für Arbeit Krefeld betreut (das sind 1.998 mehr als im Vorjahr), 15.773 Personen (1.059 mehr als im Vorjahr) sind in Betreuung der Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen.
Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt Krefeld mit 13.998 Menschen ohne Arbeit bei 11,4 Prozent (10,9% im Vormonat, 10,2 % im Mai 2019). Im Kreis Viersen beträgt die Arbeitslosenquote bei 10.059 Menschen ohne Arbeit 6,2 Prozent (5,8% im Vormonat / 5,3% im Mai 2019).

Die Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellen im Kreisgebiet:
Kempen (Kempen, Grefrath, Tönisvorst): 4,9 Prozent (Vorjahr: 4,1%)
Nettetal (Nettetal, Brüggen): 6,4 Prozent (Vorjahr: 5,8%)
Viersen (Stadt Viersen, Willich, Niederkrüchten, Schwalmtal): 6,7 Prozent (Vorjahr: 5,7%)

Auch die Stellenseite (628 sozialversicherungspflichtigen Stellen im Zugang) zeigt sich insgesamt stark beeinträchtigt. „Insgesamt wurden etwa 40 Prozent weniger Stellen im Mai gemeldet als sonst üblich. Das zeigt die Auswirkungen der Krise auf fast alle Branchen. Jedoch wurden von den Betrieben wieder etwas mehr offene Arbeitsstellen gemeldet als noch im April“, so Rademacher-Bensing.

Unternehmer reagieren abwartend und Jugendliche sind verunsichert, so dass sich die Zahlen des Ausbildungsmarktes in Krefeld und im Kreis Viersen im zweiten Monat in Folge nicht so entwickelt haben, wie es für April und Mai üblich wäre.
Seit Beginn des Berichtsjahres sind auf dem Ausbildungsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 3.013 junge Menschen als Bewerberinnen und Bewerber um einen betrieblichen Ausbildungsplatz in der Berufsberatung gemeldet, denen bisher 2.988 angebotene Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen. „Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich der Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt verschoben. Jetzt ist der Einsatz aller gefordert, um dem nächsten Ausbildungsjahrgang eine Perspektive zu geben. Die Coronakrise verändert nichts am wachsenden Fachkräftebedarf und an der damit verbundenen Notwendigkeit, für die Zukunft zusätzliche Fachkräfte auszubilden“, erläutert Rademacher-Bensing.

Die Unternehmen bittet Rademacher-Bensing, freie oder zusätzliche Ausbildungsstellen dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zu melden. Betriebe erreichen den Arbeitgeberservice entweder unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 oder direkt über den persönlichen Ansprechpartner.
Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder Antworten auf drängende Fragen bezüglich der beruflichen Zukunft benötigen, erreichen die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Krefeld über die kostenlose Servicenummer 0800 4 5555 00 oder per mail an Krefeld.Berufsberatung@arbeitsagentur.de.