Weniger Kosten, mehr Klimaschutz – Kreis Viersen optimiert Deponie Viersen I

In mehreren Teilaspekten wird der Abfallbetrieb des Kreises Viersen (ABV) die Deponie Viersen I optimieren. Neben technischen und wirtschaftlichen Gründen spielt auch der Klimaschutz eine entscheidende Rolle. Der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen, die vorbereitenden Arbeiten beginnen Ende Oktober.

Viersen – Zur Planung gehört unter anderem die Erneuerung der vorhandenen, derzeit schadhaften Oberflächenabdichtung der Deponie. Vorgesehen ist es, mittels einer Kunststoffdichtungsbahn und eines circa ein Meter dicken Bodenauftrags eine Kombinationsabdichtung herzustellen. Die Kombinationsabdichtung verhindert, dass Wasser in die Deponie eindringt und sich belastetes Sickwasser bildet. Belastetest Sickwasser zu beseitigen, ist sehr kostenintensiv. Das unbelastete Oberflächenwasser wird neu gefasst und abgeleitet.

Bevor die neue Oberflächenabdichtung umgesetzt werden kann, müssen der Gehölzbewuchs auf der Deponie entfernt und der aufliegende Boden abgeschoben werden. In Abstimmung mit der zuständigen Umweltbehörde sowie der Landesbehörde Wald und Holz NRW wurde daher als Ausgleich für die erforderlichen Rodungen ein Waldumwandlungsverfahren durchgeführt. Nachdem die neue Bodenschicht aufgebracht wurde, soll die Oberfläche als Kompensationsmaßnahme gemäß den landschaftspflegerischen Bestimmungen begrünt werden. Zusätzlich entwickelt der ABV aktuell ein Konzept, um in Abstimmung mit den Umweltbehörden auf allen stillgelegten Deponien die bestehende Vegetation mit Blick auf eine möglichst insektenfreundliche Bepflanzung zu optimieren.

Im Vorlauf zur Ausbesserung der Oberflächenabdichtung werden der Betriebsbereich und die Entgasungstechnik einschließlich der Gasleitungen des Deponiekörpers erneuert. Der Bund fördert die Erneuerung im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative, da die Maßnahme maßgeblich zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beiträgt. Bis zum Jahr 2043 können insgesamt rund 64.000 Tonnen CO2- Äquivalente eingespart werden. „Projekte wie die Optimierung der Deponie Viersen I leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und folgen somit der Klimastrategie des Kreises Viersen“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen.