„Wenn et Hätz dich röf“: Rosenmontag in der Dülkener Narrenstadt

Daran gibt es keinen Zweifel, mit seinen 130 Wagen und Fußgruppen, rund 1.500 Teilnehmern und 50.000 Besuchern ist der Dülkener Zug einer der größten, schönsten und spektakulärsten Karnevalszüge auf dieser Rheinseite. Auch Petrus hatte trotz des kalten Wetters ein Einsehen und schickte nur kurz einige weiße Flocken auf die Erde.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen-Dülken – Die Straßenränder waren gefüllt, zehntausende von Jecken waren nach Dülken gekommen, um mit den bunten Wagen und Fußgruppen, Musikkapellen und knapp 1.500 Zugteilnehmern den Höhepunkt der Dülkener Narrenstadt zu feiern: Den Rosenmontagszug.

Wenn auch in diesem Jahr eine Kinderprinzessin fehlte, das große Prinzenpaar mit Andreas I. und Carina I., sowie der kleine Prinz Niels II. vertraten die Narrenstadt vorbildlich und führten ihren Hofstaat in den Höhepunkt der diesjährigen Session.

Dass der Zug in der Dülkener Narrenstadt ein absolutes Muss ist, zeigt seit jeher, dass viele der Zugteilnehmer schon in Viersen, Süchteln oder anderen Zügen gezogen sind, bevor sie hier ihre diesjährige Zugteilnahme beenden. Der mehr als dreistündige Zug ließ keine Wünsche offen. Die ausgefallenen und fantastischen Kostüme waren so farbenfroh, dass sie ohne weiteres mit dem Straßenkarneval in Rio hätten mithalten können. Die Starlights erhielten gestern Abend den Preis für das schönste Kostüm im Dülkener Zug, den zweiten Platz sicherten sich die Fußgruppe Liesel Siemes-Metz als kunterbunte Schmetterlinge und der Freundeskreis Simone Gartz als Venezia op Dölker Art.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ebenfalls die Bunten Menschen waren in Dülken vertreten und starteten mit dem Freundeskreis Grieger unter den ersten Zugnummern, dicht gefolgt vom Freundeskreis Ringendahl. Die charmante Gruppe ging in diesem Jahr hochschwanger als Dölker-Prinzenmütter mit Kinderwagen und machte mit zwinkerndem Auge auf den fehlenden Prinzennachwuchs aufmerksam. Von der Ki Ka Kai a gab es auch in Dülken ein Geburtstagsständchen für ihren Prinzen Marko I. zum 50. Geburtstag, dem sich die Karnevalisten gerne stimmgewaltig anschlossen. Zwar gab es im Zug tatsächlich ein wenig echten Schnee, die weiße Pracht, die allerdings durch die Straßen wehte kam meist vom Alex VIP Club, der mit einem Eisiglu am Zug teilnahm. Während die Dülkener Vereine den Zuganfang machten, fuhren viele Gäste aus dem Umland und auch gerade eben noch pünktlich aus Süchteln eingetroffene Teilnehmer nach ihnen durch die Straßen, bevor dann die Dü Ka Ge, die Narrenakademie, das Orpheum und die KG De Üüle das Schönste ankündigten, was die Narrenstadt zu bieten hatte: Den großen Prunkwagen des Prinzenpaares.

Geworfen wurde nicht nur Süßes. „Atomzwiebeln“, Haushaltssachen und vieles mehr regte die Zuschauer zu viel Bewegung an, während „Helau“ oder „Gloria tibi Dülken“ durch die Straßen hallten und das Dülkener Ei zu diesem Zeitpunkt einer einzigartigen Partymeile glich. Sie alle wollten ihn bis zum letzten Atemzug genießen: Einen der größten, schönsten und spektakulärsten Karnevalszüge auf dieser Rheinseite. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel