Widerstand gegen geplante Streckenführung der S28 wächst

Fast zehn Minuten dauerte es, bis die Schlange der Demonstranten am gestrigen Sonntag vorbeigezogen war. Von Traktoren und Musikzügen begleitet warben die Demonstranten für das Ausweichen der geplanten S28 auf eine andere Streckenführung, um so das Landschaftsschutzgebiet Donk in Neuwerk erhalten zu können.
Von RS-Redakteurin Ebru Ataman

Mönchengladbach/Region – An der Kirche in Bettrath hatten sich am gestrigen Sonntag die Teilnehmer einer Demonstration gegen die geplante Streckenführung der S28 versammelt. Aufgerufen zu dieser Protestaktion hatte die Bürgerinitiative „S28 – Nein Donk(e)“, die das Landschaftsschutzgebiet in Neuwerk Donk erhalten möchte. Der Widerstand wächst stetig, so hatte sich die Teilnehmerzahl seit der letzten Demonstration mit mehr als 300 Teilnehmern nicht nur vervielfacht, die Initiative erhielt zudem Unterstützung von sieben Musikzügen, welche den Protestzug klingend unterstützten.

Fast zehn Minuten dauerte es, bis die Schlange der Demonstranten am gestrigen Sonntag vorbeigezogen war. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Mit Pauken und Trompeten schlossen sich als musikalische Untermalung unter anderem das Bettrather Tambourcorps e.V., das Tambourcorps Neuwerk e.V. und das Tambourkorps Lürrip den Anwohnern, Kindergartenkindern, Familien, Reitern, Radfahrern und vielen weiteren Teilnehmern an, die zudem von sechzehn Traktoren heimischer Landwirte begleitet wurden. Corona-konform und friedlich zog die Menge bis zum Neuwerker Markt um hier laut gegen die Pläne der Kommunen zu demonstrieren. Nichts würde gegen eine Verbindung der S28 sprechen, so die Bürgerinitiative, die jedoch eine Strecke vom Kaarster See bis Viersen auf einer neuen Trasse befürwortet, damit die Ortsteile Willich, Schiefbahn, Neersen und Anrath optimal angebunden werden können.

„Ökologisch wichtigster Vorteil einer neuen Trasse im Norden ist der Erhalt der Landschaftsschutzgebiete sowohl in Mönchengladbach Neuwerk Donk, als auch im Märchenwald Kreis Viersen“, so die Initiatoren. „Mönchengladbach hat vor kurzer Zeit erst den Klima-Notstand ausgerufen. Dazu steht die Wiedereröffnung ökologisch betrachtet im Widerspruch. Der Schutz unserer klimarelevanten Ökosysteme muss endlich absolute Priorität haben!“

Corona-konform und friedlich zog die Menge bis zum Neuwerker Markt um hier laut gegen die Pläne der Kommunen zu demonstrieren. Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Für die Organisatoren war der Protest an diesem Tag ein voller Erfolg, ein zweiter innerhalb kurzer Zeit, denn mittlerweile erhielt die von der Initiative angestoßene Petition gegen die Streckenführung breite Unterstützung und erreichte das gewünschte Quorum. Mit dieser Petition will die Bürgerinitiative den vollständigen Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in Neuwerk-Donk erreichen, denn mit der Wiederinbetriebnahme der Trasse würden rund 10.000 Bäume in einem Landschaftsschutzgebiet der Säge zum Opfer fallen. Die Petition, die an den Mönchengladbacher Oberbürgermeister Felix Heinrichs gerichtet ist, wird am Dienstag dieser Woche im Rathaus Abtei überreicht.

Als weiterer Informationstermin steht am 30. Juni auf dem Parkplatz an der Kranendonkhalle ab 15 Uhr eine Diskussionsrunde an. Teilnehmen werden für die Anwohner Simone Todzy, der Pro-Bahn-Vertreter Lothar Ebbers, Kurth Sasserath (Nabu) sowie ein ehemaliger VRR-Vertreter. (ea)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming