Wie geht es dem Ferkel „Frieda“? – Exkursionsteilnehmer besichtigten den „Stautenhof“

Von Bildern her, die auf der Homepage des Projektes „Schwein haben“ zu sehen sind, kennen viele bereits das Ferkel „Frieda“, das von seiner Aufzucht bis hin zu seiner Schlachtung begleitet wird. Nun jedoch konnten die Teilnehmer der Exkursion zum „Stautenhof – Mein Biohof“ in Anrath, wo „Frieda“ lebt, sich vom Wohl des Ferkels mit eigenen Augen überzeugen mit der Erkenntnis, dass hier ein „glückliches Schweineleben“ möglich ist.

Willich-Anrath – Die Begrüßung der Teilnehmer, die in zwei Gruppen den Hof unter der Führung der Mitarbeiterinnen Anika Launert und Leonie Dreehsen besichtigten, übernahm Elisabeth Brack vom KAB-Diözesanverband Aachen, der Träger des Projektes in Kooperation mit den Katholikenräten der Regionen Heinsberg und Mönchengladbach ist, gefördert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. „Ich heiße Sie alle recht herzlich willkommen. Wir werden nun live unser Ferkel Frieda sehen und schauen wie es ihm geht.“

Und schon ging es zu den Schweineställen, genauer zum Abferkelbereich, wo derzeit zehn Sauen ihren Platz gefunden haben. Fasziniert schauten die Teilnehmer auf die Schweine, die ihre Rüssel ins Futter steckten, die Ferkel, die an den Zitzen der Sauen hingen und mit den kleinen rosa Ringelschwänzchen hin und her wackelten. Erklärt bekamen sie von Leonie Dreehsen, dass sich die Sauen zum Abferkeln selber eine Bucht aussuchen dürfen, die dann die ihre für zwei Wochen ist. Sind Ferkel wie „Frieda“ geboren, dürfen sie allerdings noch nicht nach draußen, sondern werden erst für zwei Wochen mit Muttermilch gesäugt, um ein Immunsystem zu bekommen. Draußen ist dann Gruppensäugen angesagt, egal ob Mutter oder nicht.

Ein Teil der Teilnehmer der Exkursion zum Stautenhof. Foto: Eva Weingärtner

Alle Schweine laufen den ganzen Tag frei herum. „Festgesetzt werden sie nur an der Fressstätte, damit ich nachvollziehen kann, wie viel gefressen wird“, erklärte Dreehsen. Sie informierte auch darüber, dass alle zwei Tage die Ställe sauber gemacht werden, die Buchten und Liegeflächen jeden Tag. Die Ferkelnester sind mit einer Wärmelampe ausgestattet, da sie 36 Grad lieben, anders als die Sauen, die 24 Grad als angenehm empfinden. Eine säugende Sau wird morgens und abends gefüttert, da sie viel Energie braucht, eine tragende Sau erhält das Futter nur morgens. Alle Muttertiere gehören der Schweizer Landrasse an; die Vaterlinie ist ein Duroc. Dies garantiert nicht nur eine gute Fleischqualität, sondern die Sauen sind besonders friedlich und haben gute Mutterqualitäten. Sie werfen in der Regel elf bis zwölf Ferkel. „Das reicht für unseren Betrieb“, erläuterte die Mitarbeiterin des Stautenhofs. Auch „Frieda“ hat elf Geschwister. Schließlich lernten die Exkursionsteilnehmer noch die beiden Eber des Hofes kennen und erfuhren, dass hier vorrangig vom Natursprung besamt, manchmal auch künstlich besamt wird. Und sie lernten, dass alle Sauen so lange bleiben bis sie ihre Leistung nicht erbringen. Was das bedeutet, wurde auf Nachfrage schnell klar. Die Sauen werden geschlachtet und damit zum Stautenhof-Schinken.

Neben den Schweineställen bekamen die Besichtigungsgäste auch den restlichen Biohof gezeigt mit seinen Rindern – reinen Fleischtieren – den Ziegen „Chris“ und „Dieter“, den Eseln „Joschi“, „Olga“ und „Frido“, den 790 Legehennen in den drei Hühnermobilen sowie den Weidehähnchen. Alle Tiere werden selbst im Schlachthaus geschlachtet und dann im Hofladen mit Metzgerei, Käsetheke, Bäckerei, Obst- und Gemüsebereich verkauft. Am Ende waren sich alle Exkursionsteilnehmer einig, dass sie viel über einen Biohof und damit über Nachhaltigkeit, Tierhaltung, Aufzucht und Schlachtung, Produktions- und Arbeitsbedingungen erfahren hatten. Und so mancher machte sich schon seine Gedanken, wie er nun zum eigenen Fleischkonsum steht.

Die nächste Veranstaltung ist eine Exkursion zum Haus Düsse, dem Lehrbetrieb der Landwirtschaftskammer NRW in Bad Sassendorf am Samstag, 29. Januar 2022. Geplant ist neben einer Führung ein Vortrag zum Thema Haltungsformen, Tierwohl und landwirtschaftliche Entwicklung. Die Anreise erfolgt mit Reisebussen. Die Abfahrt ist gegen 8 Uhr ab Mönchengladbach. Ein weiterer Zustieg ist in Planung. Die Rückfahrt wird gegen 17 Uhr sein. Alles Weitere findet sich demnächst auf der Projekthomepage www.projekt-schwein-haben.de. Informationen zum Projekt „Schwein haben“ gibt es auch bei der KAB Diözese Aachen, Telefon 0241-400180 oder dem Büro der Regionen Mönchengladbach und Heinsberg, Telefon 02161-980633. (Eva Weingärtner)