Willich: Gemeinsam während der Krise – Gabenzäune unterstützen Bedürftige und Obdachlose

In München, Hameln, Düsseldorf, Hamburg oder Willich – während der Corona-Krise entstehen deutschlandweit Gabenzäune für Bedürftige und Obdachlose. In Tüten hängen Nudeln, Obst, Milch oder Süßigkeiten bereit, um gemeinsam die Pandemie zu überstehen. 
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Willich – Die großen Gitter, die für Absperrungen benötigt werden und gerade während der Veranstaltungshochsaison schon einmal rar werden, haben in vielen Städten während der Corona-Pandemie eine neue Funktion als Gabenzäune gefunden.
Eine Idee, die in der vergangenen Woche ebenfalls in Willich angekommen ist, als Petra van der Kooy die Idee von einer Freundin aus Düsseldorf übernahm. So entstand am 26. März hier die erste Zaunwand, vor der Stadtschmiede an der Bahnstraße, an der gefüllte Tüten auf ihre Abnehmer warten. Die Gaben- und Wünschewand, an der auch Kinder ihre Bilder anbringen können, erfreut sich nach ersten neugierigen Blicken großer Beliebtheit. Milch, Obst, Nudeln – Grundnahrungsmittel oder Süßigkeiten und sogar das mittlerweile seltene Toilettenpapier warten auf Bedürftige oder Obdachlose, die während der Corona-Krise in Bedrängnis geraten sind.

Unter den ersten Besuchern, die ihre Unterstützung zusagten, gehörte ebenfalls CDU-Bürgermeisterkandidat Christian Pakusch, der bei seinem Besuch ebenfalls Markus Titgens-Himmel vom Blumen Himmel, Nadine Caris von Klartext Grafik Messe Event GmbH, Beate Krempe und vielen anderen dankte, schließlich habe es von der Idee bis zur Umsetzung nur wenige Stunden gedauert. „Besondere Situation erfordert besonderes Handeln. Herzlichen Dank an alle Beteiligten. Einfach nur klasse!“, so Pakusch.

Foto: Rheinischer Spiegel

Ein zweiter Gabenzaun konnte nur wenige Tage später neben dem Pfarrheim der katholischen Kirche in Neersen aufgebaut werden und auch hier hängen noch am Abend zahlreiche Tüten, denn gerade jetzt möchten die Menschen helfen – zusammenstehen in einer schwierigen Zeit. Weitere Zäune sollen zudem in Schiefbahn sowie Anrath entstehen und ein zweiter Gabenzaun für Willich steht ebenfalls bereit, der von der türkischen Gemeinde aufgestellt werden wird. Gewählt werden in Absprache mit der Stadtverwaltung Orte die geschützt und mittig liegen, damit sie gut erreichbar sind.

An ihnen können Unterstützer Tüten mit Lebensmitteln hängen, die nicht gekühlt werden müssen. Menschen, denen es zurzeit nicht gut geht, ob nun durch Kurzarbeitergeld, zu geringer Rente oder die auch sonst auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind, können diese Beutel abhängen und nutzen. (nb)