Willich: Unternehmer diskutierte mit Berufsschülern über die Vorteile der EU

Am 26. Mai dürfen rund fünf Millionen junge Menschen in Deutschland das erste Mal an den Wahlen zum Europäischen Parlament teilnehmen – darunter auch über eine Million Berufsschüler, die eine betriebliche Ausbildung absolvieren.

Willich – Um ihnen ein Bewusstsein für die Bedeutung der EU zu vermitteln, organisieren die Industrie- und Handelskammern rund um den Europatag am 9. Mai EU-Projekttage an Berufsschulen: Bundesweit gehen Unternehmer als ehrenamtliche Lehrkräfte an Berufsschulen, um den Auszubildenden mit ganz konkreten Beispielen aus ihren Betrieben zu zeigen, welche Vorteile die EU für Unternehmen, Produkte und auch für die Mitarbeiter bietet. Auch die IHK Mittlerer Niederrhein beteiligt sich an diesem Projekttag.

So hat sich auch der Geschäftsführer der Krefelder Spedition Stromps & Co., Christoph Rochow, auf Einladung der IHK Zeit genommen, um am Rhein-Maas-Berufskolleg Willich eine „Schulstunde über Europa“ zu geben. Mit Schülern des Logistikbereichs hat er Fragen zur EU erläutert und diskutiert. Er möchte die jungen Menschen für die europäische Idee begeistern. „Die Europäische Union mit ihrem großen Binnenmarkt und offenen Grenzen bietet uns Unternehmen, wie auch uns als Privatpersonen, vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, die wir nicht missen möchten. Hierzu zählen die Reise- und Niederlassungsfreiheit, der Wegfall von Zöllen und in großen Bereichen der Euro als Einheitswährung.“

Wie wichtig die europäische Integration für die Wirtschaft in der Region insgesamt und für die Betriebe vor Ort in Krefeld, Mönchengladbach, im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Viersen ist, geht aus einer Umfrage hervor, die die IHK Mittlerer Niederrhein bei ihren Mitgliedsunternehmen zum Thema „Welche Bedeutung hat die Europäische Union für die Unternehmen“ durchgeführt hat. „Die Unternehmen schätzen die Vorzüge des Binnenmarkts“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Er ist für den Wohlstand unserer Region von großer Bedeutung.“ Gleichwohl sieht Rochow im Hinblick auf den Austritt Großbritanniens aus der EU für seine Spedition keine größeren Probleme. Die Firma Stromps ist seit Jahrzehnten auf Transporte auf die Insel spezialisiert. Für sein Unternehmen mit rund 25 Mitarbeitern wird sich wohl so viel nicht ändern, egal welches Szenario sich durchsetzen wird, schätzt Rochow. Auf die Briten aber, davon ist er überzeugt, kommt Einiges zu. Bei einem harten Brexit ohne Austrittsvertrag wäre Großbritannien von jetzt auf gleich ein Überseestaat; jede Ware vom Festland müsste verzollte werden – „dafür fehlen schlicht die Zollbeamten“, sagt Rochow. Am Ende appellierte der Unternehmer an die zukünftigen Groß- und Außenhandelskaufleute in der Aula des Berufskollegs, von ihrem Wahlrecht unbedingt Gebrauch zu machen: „Gehen Sie bitte alle am 26. Mai zur Europawahl!“.

Bis zur Europawahl informieren der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die Industrie- und Handelskammern unter #GemeinsamEuropaGestalten im Internet und in den Sozialen Medien auf vielfältige Weise über die Bedeutung der Europäischen Union für die Wirtschaft. Die Studie „Der Mittlere Niederrhein und Europa“ steht als PDF-Datei im Internet zum Download zur Verfügung unter: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/20464

Der Krefelder Spediteur Christoph Rochow hat sich auf Einladung der IHK Zeit genommen, um am Rhein-Maas-Berufskolleg Willich eine „Schulstunde über Europa“ zu geben. Foto: IHK