Stadtplanung Viersen: Wird die Große Bruchstraße zur Einbahnstraße?

Heute Abend geht es um die Umgestaltung der Großen Bruchstraße. Die Planungen der Stadt führen zu vielfältigen Diskussionen, denn einige Teilnehmer der vorab geführten Gespräche, darunter auch der Bürgerworkshop, fühlen sich in ihrer Bürgermeinung von den städtischen Vertretern nicht ernst genommen. Heute um 18.00 Uhr soll nun die Politik im Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss entscheiden, welche Variante sie bevorzugt.

Viersen – Umso wichtiger, im Vorfeld noch einmal die Bürger zu Wort kommen zu lassen. Sie sind es, die von der Umgestaltung betroffen sind.

Variante 1: Beibehaltung des Zweirichtungsverkehrs auf der gesamten Großen Bruchstraße und dem betrachteten Anschnitt der Gladbacher Straße.

Variante 2: Einführung eines Einrichtungsverkehrs auf dem Teilabschnitt der Großen Bruchstraße zwischen Hauptstraße und Königsallee in Richtung der Freiheitsstraße, Beibehaltung des Zweirichtungsverkehrs in den restlichen Abschnitten.

Auszug aus der Vorlage der Stadt Viersen

Die Variante 1 verändert die bestehende Verkehrsführung grundsätzlich nicht. Durch eine Umgestaltung des Knotenpunktes Hauptstraße/Gereonsplatz soll jedoch abweichend zur heutigen Situation ein Abbiegen in den Gereonsplatz von der Großen Bruchstraße aus ermöglicht werden. Die Lichtsignalanlage bleibt aufgrund der komplexen Verkehrsführung erhalten. Die Einbindung des Gereonsplatzes in die Signalisierung ist – je nach Lage der Fußgängerfurten– zu prüfen.

Im Bereich der Großen Bruchstraße soll die Fahrbahnbreite generell 6,00 m betragen und kann punktuell auf 4,50 m eingeengt werden. Die Einengungen sind nur unter der Voraussetzung der Verlagerung der Buslinie 71 auf den Josefsring möglich, so dass es keinen Bus-Bus-Begegnungsfall mehr in der Großen Bruchstraße gibt. Die Möglichkeit der Verlagerung der Linie 71 wird im Rahmen der Anpassungen an den Nahverkehrsplan geprüft und ist nicht Gegenstand des Projektes „Umgestaltung Große Bruchstraße/Gladbacher Straße“.

Diese Variante ermöglicht weiterhin eine uneingeschränkte Erreichbarkeit des Gereonsplatzes und der Geschäfte auf der Großen Bruchstraße. Der Platzgewinn für die Nebenanlagen ist jedoch eher gering, sodass wenig Gestaltungsspielraum zur Verbesserung der Situation der Fußgänger/innen und für die Ansiedlung von Außengastronomie- oder Grünflächen zur Verfügung steht.

Die Variante 2 sieht die Einrichtung eines Einrichtungsverkehrs in dem Teilanschnitt zwischen Haupt-straße und Königallee in Richtung Freiheitsstraße vor. Generell kann ein Einrichtungsverkehr nur in diese Richtung eingerichtet werden, da derzeit elf Buslinien die Große Bruchstraße in dieser Richtung durchfahren, um zum Busbahnhof Viersen zu gelangen.

Eine Anpassung der Buslinienführung in der Südstadt kommt aufgrund der damit zusammenhängenden im weiteren Verlauf der Strecke liegenden Haltestellen und des vorhandenen Verkehrsführungskonzeptes der Innenstadt Viersen nicht in Betracht, ohne dass finanzielle Mittel in beträchtlicher Höhe zur Umgestaltung diverser Straßenzüge aufgewendet werden müssten, was im Rahmen dieses Projektes nicht leistbar ist.

Eine Verlegung der Buslinien aus der Großen Bruchstraße und Gladbacher Straße könnte nur mit einer kompletten Verlagerung der Buslinien erreicht werden und würde eine deutliche Qualitätseinbuße im Versorgungsnetz des öffentlichen Verkehrs für die Viersener Südstadt bedeuten. Die Haltestellen „Casinogarten“, „Hauptstraße“, „Gereonsplatz“ und „Rathaus“ würden entfallen.

Die Erweiterung des Einrichtungsverkehrs auf die Gladbacher Straße ist aufgrund des vorhandenen Busverkehrs und der Verbindungsfunktion nicht möglich. Ansonsten würde die Große Bruchstraße bzw. der Gereonsplatz mit zusätzlichem Verkehr aus der Hauptstraße belastet, der andernfalls über die Gladbacher Straße zum Innerstädtischen Erschließungsring hin abfließt.

Die Beschränkung des Einrichtungsverkehrs auf den Teilabschnitt der Großen Bruchstraße zwischen Hauptstraße und Königsallee resultiert aus den Wünschen der Geschäftstreiben, Anwohner und Bürger. Die Erreichbarkeit der Großen Bruchstraße von der Seite der Freiheitsstraße wurde als unabdingbar bewertet. Durch das Ende der Einbahnstraße an der Ecke Königsallee kann der östliche Teilabschnitt wie bisher angefahren werden. Durch den vorhandenen Parkplatz am Evangelischen Friedhof als Bestandteil des „Parkrings Süd“ (der wie bisher weiterhin aus beiden Richtungen über die Große Bruchstraße von der Königsallee aus erreichbar ist) kann auch der westliche Teil der Großen Bruchstraße weiterhin gut mit dem Pkw erreicht werden. Dieser Teilabschnitt ist aufgrund der beschränkten Länge fußläufig sehr gut erreichbar. Auch die angrenzenden Wohnbereiche Königsallee/Poststraße/Burgstraße und Parkstraße werden dadurch nicht in ihrer Erreichbarkeit eingeschränkt. Das Befahren der Großen Bruchstraße mit dem Fahrrad ist weiterhin in beide Richtungen (auch entgegen einer Einbahnstraße) möglich.

Die Fahrbahnbreite ist im Bereich des Einrichtungsverkehrs auf 4,5 m reduzierbar, wodurch den Neben-anlagen deutlich mehr Fläche zugeschlagen werden kann als im Zweirichtungsverkehr. Der Knotenpunkt Gereonsplatz/Hauptstraße wird um mehrere Verkehrsbeziehungen entlastet, so dass bessere Möglichkeiten zur gestalterischen Anbindung des Gereonsplatzes an die südliche Hauptstraße bestehen und mehr Spielräume zur verbesserten Führung der Fußgänger/innen entstehen.

Für beide Varianten gleich ist die Situation auf der Gladbacher Straße. Hier sind aufgrund der beengten Platzverhältnisse und örtlichen Gegebenheiten nur punktuelle Maßnahmen zur Gliederung des Parkstreifens sowie im Knotenpunkt Bleichstraße/Gladbacher Straße möglich.