Wolf riss Schaf im Gebiet zwischen Viersen und Willich-Anrath

Bereits Mitte November hat ein Wolf ein Schaf zwischen Viersen und Willich-Anrath gerissen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen bestätigte auf Nachfrage den Vorfall.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen/Willich-Anrath – Ein Wolf hatte bereits am 12. November dieses Jahres ein Schaf auf einer Weide zwischen Viersen und Willich-Anrath gerissen. Eine erste DNA-Analyse hat den Vorfall mittlerweile bestätigt – ein Männchen aus einem unbekannten Herkunftsrudel habe auf Nachfrage beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen das Tier getötet.
Das LANUV führt den Vorfall im Verzeichnis Wolfsmanagement/Nutztierrisse.

Nachdem mittlerweile feststeht, dass ein eindeutiger Nachweis durch das Senckenberg Forschungsinstitut vorliegt, wird aktuell eine weitere Analyse zu einer genaueren Bestimmung durchgeführt. Seit 2008 etabliert die Einrichtung am Fachgebiet Naturschutzgenetik ein naturschutz- und wildtiergenetisches Zentrum mit dem Ziel, molekulargenetische Analysemethoden für Artenschutz und Wildtierkunde verfügbar zu machen.

Der Canis lupus sei jedoch wahrscheinlich nicht sesshaft im Kreis Viersen. Ein Sprecher des LANUV erklärte, dass seit November keine weiteren Vorfälle gemeldet worden seien, weshalb von einem „Junggesellen“ auf Wanderschaft ausgegangen wird.

Anhand der DNA-Analyse durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen konnte das männliche Wolfsindividuum GW1920m erstmalig nachgewiesen werden. Zwar ist das genaue Herkunftsrudel dieses Tieres unbekannt, ein genetisches Merkmal, der in Deutschland seltene Haplotyp HW22, ordnet es aber eindeutig der Alpenpopulation zu.

Der Haplotyp HW22 ist kennzeichnend für Wölfe aus der Alpenpopulation und der italienischen Population im Apennin. Wölfe aus diesen Populationen können eindeutig von Wölfen aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation unterschieden werden, welche entweder den Haplotyp HW01 oder HW02 tragen. In den letzten Jahren wurden auch immer wieder einzelne aus der Alpenpopulation stammende Tiere in Deutschland genetisch bestätigt. Für NRW ist dies erst der zweite Nachweis eines Wolfes mit dieser Herkunft. Der erste Nachweis eines Alpenwolfes in NRW gelang am 17. Februar 2020 in der Gemeinde Odenthal (Rheinisch-Bergischer Kreis). Hier konnte mithilfe einer genetischen Untersuchung das ebenfalls männliche Wolfsindividuum GW1559m an einem Wildtierkadaver nachgewiesen werden. Ein erneuter Nachweis dieses Wolfes erfolgte am 15. Oktober 2020 nahe Hitzacker (Niedersachsen). (cs)

Foto: christels/Pixabay