Zeitzeuge Eppelmann in Nettetal – „Als die Angst die Seite wechselte“

Leben im totalitären Staat; Willkür und Unrecht ausgesetzt zu sein. Viele wissen nicht wirklich, was es heißt, keine Freiräume, keine freien Gedanken haben zu dürfen.

Nettetal – Rainer Eppelmann, Maurer, Pfarrer, Bürgerrechtler, Minister für Abrüstung und Verteidigung, Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Mitbegründer des Demokratischen Aufbruchs in der ehemaligen DDR, berichtete auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer in der Alten Kirche in Nettetal über seine Erfahrungen.

Zur Begrüßung freute sich Uwe Schummer über den Veranstaltungsort. In der ehemaligen DDR waren es die Kirchen, die Freiräume schafften, damit die Revolution gelang. Eppelmann sprach über tägliche Einschränkungen und das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen; nicht zu wissen, mit wem über was gesprochen werden kann. Auch darüber, dass eine Regierung entscheidet, welche berufliche und soziale Zukunft das eigene Leben hat. Er verdeutlichte auf eindringliche Art und Weise, was es bedeutete, als in den 1980er Jahren der Umbruch stattfand und die „Angst die Seite wechselte“. Menschen gingen zu Hunderttausenden auf die Straße; forderten Demokratie und Freiheit. Das Undenkbare gelang – Ost und West wurden friedlich vereint.

Foto: v.l.n.r.: Uwe Schummer MdB, Rainer Eppelmann und Bürgermeister Christian Wagner.