ZONTA Club Viersen informierte zur weltweiten Gewalt gegen Frauen

Während der aktuellen Aktionstage „ZONTA SAYS NO to Violence against Women“ machten die Mitgliederinnen des ZONTA Clubs Viersen auf dem Viersener Wochenmarkt am Samstagvormittag zu der in vielen Ländern wachsenden und weltweiten Gewalt gegen Frauen aufmerksam.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker

Viersen – Wie bereits in den vergangenen Jahren rückten die Mitgliederinnen des ZONTA Clubs Viersen erneut am Samstag auf dem Viersener Wochenmarkt die Kampagne „ZONTA SAYS NO to Violence against Women“ der internationalen Dachorganisation in den Blick der Öffentlichkeit, denn Gewalt gegen Frauen und Mädchen findet täglich statt. Nicht nur in Ländern, in denen Konflikte herrschen, sondern auch in Deutschland unabhängig von nationalen oder kulturellen Schranken. Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation wird jede dritte Frau Opfer einer Gewalttat, einer Vergewaltigung oder eines Angriffs.

Zum wichtigen Thema verteilten die Viersenerinnen nicht nur orangefarbene Rosen mit einer Info-Karte für Betroffene, sondern standen gerne zu Gesprächen bereit. Die Aktion, die sonst von orange angestrahlten Gebäuden und Denkmälern begleitet wird, wurde aufgrund der aktuellen Energiesituation etwas anders, aber nicht leiser, geplant. Mit Flaggen, Bannern und vielen kreativen Impulsen wird in Erinnerung gerufen, wie dringend es ist, dass die Politik aller Länder handelt. Hierzu hat ZONTA mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz eine Petition ins Leben gerufen, welche auf change.org unterschrieben werden kann.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

„Die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Frauen und Mädchen steigt auch in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren kontinuierlich. Nicht überraschend mahnt der unlängst veröffentlichte GREVIO-Bericht des Europarats an vorderster Stelle die Entwicklung und Umsetzung einer bundesweiten Strategie zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen an. Mehr als vier Jahre nach Inkrafttreten der Istanbul-Konvention gibt es eine solche noch immer nicht“, so die Union deutscher Zonta Clubs.

„Gewalt gegen Frauen ist kein Missstand am Rande. Sie ist ein gesellschaftliches Kernproblem mit psychosozialen Langzeitfolgen für die Betroffenen, das große volkswirtschaftliche Schäden nach sich zieht. Damit behindert sie politische und wirtschaftliche Fortschritte, auf die es gerade in diesen Zeiten in allen Bereichen mehr denn je ankommt. Wir befürchten, dass die zwingend erforderlichen ressortübergreifenden Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch die großen aktuellen Herausforderungen auf Ihrer Agenda nach unten rücken.

Unsere Forderung ist, die im Koalitionsvertrag vereinbarte bundesweite Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention zügig einzurichten und die Prävention von Gewalt gegen Frauen systematisch und ressortübergreifend zur gemeinsamen Aufgabe zu machen. Dazu zählt die mit den Ländern abgestimmte und durch die Kultusministerkonferenz koordinierte Aufnahme des Themas „geschlechterspezifische Gewalt“ in die Lehrpläne und Rahmenrichtlinien aller Schulen. Zudem erwarten wir koordinierte staatliche Maßnahmen zur Täterprävention und eine verlässliche Finanzierung aller erforderlichen Strukturen. Es geht um die Entwicklung einer widerstands- und zukunftsfähigen, demokratischen Gesellschaft.“ (nb)