ZONTA setzt ein leuchtendes Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Geschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen. Auch in Deutschland. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht Zonta am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam.

Deutschland – In Viersen werden die Remigiuskirche ebenso orange erstrahlen wie die Festhalle, die Kreuzkirche, der Turm der Feuerwehr, das Verwaltungsgebäude des LVR oder die Georg-Ettl-Skulptur am Viersener Busbahnhof.

Zu den Unterstützerinnen und Unterstützern gehören neben der EU-Vizepräsidentin Katarina Barley unter anderem die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Menschenrechtsaktivistin Monika Hauser und die Filmregisseurin Caroline Link.

Die im März von Bund und Ländern verabredeten Hilfsmaßnahmen für Frauen in der Corona-Krise greifen nach Ansicht von Zonta zu kurz. „Wir begrüßen die Anstrengungen von Bund und Ländern. Gleichzeitig erwarten wir eine konsequentere Umsetzung der Istanbul Konvention des Europarats. An der Seite von UN Women in Deutschland fordern wir daher ein gesetzlich verankertes Recht auf einen Platz im Frauenhaus sowie eine langfristige und verlässliche Finanzierung der Beratungs- und Hilfsinstitutionen und den Ausbau von Präventionsangeboten, die Männer und Frauen gleichermaßen mit einbeziehen“, so Doris Brummer weiter.

„Orange your City“ hieß es bereits im vergangenen Jahr an zahlreichen Gebäuden, darunter ebenfalls an der Dülkener Narrenmühle. Foto: Rheinischer Spiegel

Rund 100 Clubs des internationalen Frauennetzwerkes Zonta lassen am 25. November ab 17 Uhr bundesweit bekannte Gebäude und Wahrzeichen in Orange erstrahlen, um der Forderung nach einer konsequenten Umsetzung der Istanbul Konvention Nachdruck zu verleihen, darunter unter anderen die Altonaer Fischauktionshalle, das Hotel Atlantic Kempinski und Schmidts Tivoli in Hamburg, das Holstentor in Lübeck, die Deutsche Welle und der Lange Eugen im UN-Campus in Bonn, die Alte Oper, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Paulskirche in Frankfurt, das Leipziger Rathaus, die Allianz Arena in München und die Große Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen.

Ich bin froh und dankbar, dass sich Zonta Germany mit „Zonta says NO“ auch hier für die Rechte von Frauen einsetzt und mit „Maske 19″ eine wichtige Initiative ins Leben gerufen hat, die Opfern von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt schnelle und niedrigschwellige Hilfe ermöglicht“, sagt Katarina Barley. Es brauche darüber hinaus weltweit mehr Aufmerksamkeit für dieses Anliegen und ein klares gesellschaftliches „Nein!“ zu Gewalt gegen Frauen. „Die Istanbul Konvention ist heute genauso dringend wie bei ihrer Verabschiedung 2011″, betont Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Die ehemalige Bundesjustizministerin betrachtet die Entwicklung mit großer Sorge: „Leider wollen sich Staaten wie Polen oder die Türkei aus der Konvention verabschieden, weil sie ihr Bild von Frauen als fremdbestimmt, als Ehefrau und Mutter, die ihren Platz nur in der Familie hat, festigen wollen. Gegen diesen Rückschritt und gegen den Verlust an Gleichberechtigung müssen wir gemeinsam kämpfen.“ Der weltweiten Kampagne von Zonta International haben sich in Deutschland parteiübergreifend zahlreiche Politikerinnen, Politiker und weitere prominente Stimmen angeschlossen, darunter auch die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages Andrea Lindholz, die hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich, die Fernsehjournalistin Maria von Welser und die Drehbuchautorin und Filmregisseurin Felicitas Darschin.

Für einen nachhaltigen Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt kommt es laut Zonta International vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie weltweit mehr denn je darauf an, Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt konsequent vorzubeugen und sie nachhaltig zu bekämpfen. Aus diesem Grund hat die internationale Frauenrechtsorganisation ihre Aufforderung zur weltweiten Ratifizierung und Anwendung der Istanbul Konvention erneuert. Sie ist das erste rechtlich bindende Instrument, das einen umfassenden Rahmen an Maßnahmen zur Verhütung von Gewalt, zum Schutz für die Opfer und zur Verfolgung der Täter vorgibt. An der Entstehung des von Deutschland 2017 ratifizierten Regelwerks, dem sich auch Staaten außerhalb des Europarats anschließen können, hat auch das überparteiliche Frauennetzwerk Zonta International mitgewirkt. Die Nichtregierungsorganisation berufstätiger Frauen hat als Mitglied der Conference of INGOs seit 1983 einen teilnehmenden Status beim Europarat.

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