Zurück in die Vergangenheit auf Schloss Rheydt

Am zweiten Augustwochenende strömten wieder tausende Menschen zu Schloss Rheydt zum beliebten Ritterfest. Mit mehr als nur einem Hauch mittelalterlicher Atmosphäre, bekamen Besucherinnen und Besucher des kultigen Festivals, Jung und Alt, einiges geboten.
Von RS-Redakteur Tobias Großer

Mönchengladbach-Rheydt – Spektakuläre Greifvogelvorführungen, einen Bauernhof wie vor einigen hundert Jahren, zeitgenössische Spezialitäten von Flammlachs bis Stockbrot, Gaukler und Spielleute und authentisch dargebrachte Ritterturniere – Rüstung, Bewaffnung und Pferde inklusive. Die Marketinggesellschaft Mönchengladbach lud wieder zu einer Reise ins 12.-13. Jahrhundert, die sich besonders für die jüngeren Besucher wie ein Abenteuer anfühlte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Tobias Großer

War der Schlossgraben einmal überwunden und das Tor durchschritten, so bestand auf dem Spelunkenplatz schnell die Möglichkeit, dass der Durchfluss etwas stockte. Geschuldet dem Umstand, dass hier Beerenweine, Most und weitere Kehlenelixiere auf Genießer warteten. Doch auch Hungrigen ging schnell das Herz auf bei einer als „Schandfleck“ getarnten, herzhaft belegten Pizza der Bäckerei zwischen Antike und Neuzeit. Ebenfalls im Konzert- sowie im Arkadenhof, den beiden Haupthöfen des Renaissanceschlosses, unterhielt ein buntes Programm mit Klamauk und künstlerischen Darbietungen, wie dem Narrenkai, die Masse. Zwischen dem innerem und äußeren Graben wanden sich zweierlei Wege durch den mittelalterlichen Handwerksmarkt.

Foto: Rheinischer Spiegel/Tobias Großer

Ein ständiger Begleiter auf beiden Wegen waren neben den vielen mit Haut und Haar in eine vergangene Zeit geschlüpfte Menschen auch die Düfte von brennendem Holz, gegerbtem Leder und glühender Schmiedekohle.
Hinter dem großen Heerlager im äußeren Bereich lag die Arena, in der sich während der spektakulären Turniere Ritter duellierten und atemberaubende Stunts, auch mit Pferden präsentierten. Zudem wurde dem Publikum der Buhurt, ein mittelalterlicher Kampfspielsport nähergebracht. Geschützt mit Helm mit Visier, Kettenhemd, blecherner Rüstung und bewaffnet mit Schwert, Hellebarde und Axt, zogen fünf Hobbykämpfer ins Rampenlicht. Eine gewisse Spannung lag in der Luft, denn eines wurde den Zuschauern versprochen: „Gekämpft wird entweder um Punkte oder bis einer der Akteure zu Boden geht. Auch wenn aus Gründen der Verletzungsgefahr ausschließlich stumpfe Klingen verwendet werden, kann es auch mal sein, dass ein Spieler kurzzeitig das Bewusstsein verliert.“
Das Ritterfest ist und bleibt ein Fest für die ganze Familie, bei dem nicht nur im Tageslicht, sondern auch auf dem bei Dunkelheit mit Fackeln beleuchteten Gelände jede Menge entdeckt, bestaunt, probiert und gelacht werden kann. (tg)