Zusammenspiel von Kunst und Kirche – Inspiration in der Evangelischen Kreuzkirche

Kunstvoll auf direkt mehrfache Weise präsentierte sich die Eröffnung der neuen Ausstellung des Gocher Malers und Zeichners Martin Lersch in der Evangelischen Kreuzkirche an der Viersener Hauptstraße.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Viersen – Die großformatigen Zeichnungen fallen direkt ins Auge. Immer wieder bleiben Besucher mal hier, mal dort stehen und lassen die Gedanken und Interpretationen auf sich wirken, die der Gocher Maler Martin Lersch anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Verweigerung des Widerrufs von Luther gestaltet hat, während Organist und Kantor Daniel Plöhn die Malerei mit einem hörbaren Kunstgenuss verschmelzen lässt.
Nach einer langen Corona-Pause wird die Evangelische Kreuzkirche auch für die Kunst wieder zu einem Treffpunkt und zeigt gekonnt das vielfältige Zusammenspiel an dem bekannten, religiösen Ort.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Ursprünglich schuf Zeichner Martin Lersch seine Werke bezugnehmend auf das größte Denkmal der Reformation, das Lutherdenkmal von Ernst Rietschel in Worms, mit dem Hintergrund, dass der Leiter der Stadtbibliothek Worms die Entstehung der Malereien für die Jubiläumsfeierlichkeiten angestoßen hatte. Nach der dort erfolgten, gern besuchten und erfolgreichen Ausstellung sind sie nun bis zum 19. Dezember 2021 in der Kreuzkirche Viersen zu sehen und laden den Betrachter zu einer Auseinandersetzung mit der Reformation und der Person Martin Luthers ein. Ungerahmt auf Papier eher ungewöhnlich, wird der Wormser Reichstag ebenso bildlich dargestellt wie das Abendmahl und die Priester-Ehe oder der Thesenanschlag zu Wittenberg. Manchmal sind es graue Figuren vor mosaikhaften Hintergründen manchmal gehen Moderne und Antike eine Symbiose ein.

Mit der Mispelstadt verbindet der Künstler zudem passenderweise in diesem Jahr seine Schirmherrschaft der Viersener open-art und so nutzt der Mitorganisator der Viersener Kunstausstellung Uwe Peters die Möglichkeit den Gocher allen interessierten Besuchern in einem Dialog vor dem Altar näher vorzustellen. Er holte Martin Lersch mit seinen sanft ironischen Interpretationen in die Kreuzkirche und weißt lächelnd auf eine „Lehrstunde zur Reformation“ hin.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die verschiedenen Stilrichtungen sind fast ein „malerisches Crossover“ mit historischen Eindrücken bis hin zum Expressionismus und farbenreichen Darstellungen – werden gefühlvoll ergänzt von einem abendlichen „akustischen Crossover“. An Klavier und Keyboard begeistert Daniel Plöhn, Organist und Kantor der Kreuzkirche Viersen, der passend zu den bildlichen Inspirationen eine Brücke zwischen modernen elektronischen Elementen und vergangenen Klängen der Lutherzeit schlägt. „Letter To Glass“ von Hania Rani und „Sanctuary“ von F Major und Daniel Plöhn selbst hat der Preisträger der „Schallwelle“ als bester Newcomer ausgewählt.

Die Ausstellung in der Evangelischen Kreuzkirche an der Hauptstraße 120 in Viersen ist noch bis Sonntag, 19.12.2021 geöffnet. Zur Finissage findet um 10 Uhr ein Gottesdienst mit der Superintendentin des Kirchenkreises Krefeld/Viersen Dr. Barbara Schwahn in Anwesenheit des Künstlers statt.

Besichtigung der Ausstellung: Jeweils samstags 10 Uhr – bis 12 Uhr und sonntags nach dem Gottesdienst 11 Uhr – 12 Uhr nach Anfrage, Samstag, 20. November 2021, 10 Uhr – bis 12 Uhr in Anwesenheit des Künstlers. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming