Zwei Viersener und ein Mönchengladbacher angeklagt: War es erpresserischer Menschenraub und Versuch der Beteiligung an einem Mord?

Wegen Versuches der Beteiligung an einem Mord, erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Mönchengladbach die Anklage gegen Mustafa J. und Thomas P. aus Viersen sowie Matthias D. aus Mönchengladbach zugelassen. Die Anklage berichtet von einer erschreckenden Tat, die sich in einer Viersener Wohnung ereignet haben soll. 

Mönchengladbach/Viersen – Die 7. große Strafkammer des Landgerichts Mönchengladbach hat als Schwurgericht die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Mustafa J. aus Viersen, geboren im Februar 1995, Thomas P. aus Viersen, geboren im April 1985, und Matthias D. aus Mönchengladbach, geboren im Juli 1976, zugelassen. Den Angeklagten Mustafa J. und Thomas P. wird erpresserischer Menschenraub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und dem Versuch der Beteiligung an einem Mord, den Angeklagten Thomas P. und Matthias D. darüber hinaus der Versuch der Beteiligung an einem Mord in zwei Fällen vorgeworfen.

Die Hauptverhandlung unter Leitung des Vorsitzenden Richters am Landgericht Lothar Beckers beginnt am 19.08.2018 um 11:30 Uhr im Saal A100, dabei geht die Anklage davon aus, dass am 16.10.2018 der Angeklagte P. dem Angeklagten D. per Whatsapp vorgeschlagen habe, einen in Aachen ansässigen Rauschgifthändler, Justin D. zu überfallen. Zum Schein sollte bei diesem eine Bestellung von Kokain oder Heroin aufgegeben werden. Bei der Abholung durch den Viersener Thomas P. sollte der Angeklagte Matthias D. maskiert und mit einer Pistole bewaffnet erscheinen und den Justin D. „kaputt machen und ohne Gnade einfach wegballern“.

Der Angeklagte Thomas P. habe allerdings die Bestellung schon vor der Antwort des Angeklagten Matthias D. auf die Whatsapp-Nachricht aufgegeben und kurzfristig einen Termin mit Justin D. verabredet, so dass die erst einige Stunden später eingehende positive Antwort des Angeklagten aus Mönchengladbach zu spät kam. Nachdem dieser nicht kurzfristig geantwortet habe, habe der Viersener Thomas P. den Termin bei Justin D. abgesagt, so dass die geplante Tat nicht zur Durchführung gelangt sei.
Am 19.02.2019 habe der Viersener Mustafa J. den Geschädigten gemeinsam mit dem Angeklagten Thomas P. in dessen Viersener Wohnung gelockt. Die Angeklagten hätten geplant, den Geschädigten in ihre Gewalt zu bringen, Geld zu fordern und ihn dann zu töten. In Ausführung dieses Plans hätten die Angeklagten den Geschädigten überwältigt und mit Klebeband und einer Eisenkette auf einem Bürostuhl gefesselt. Sodann hätten sie ihm seinen Schmuck abgenommen und ihm gedroht, ihn zu töten. Der Angeklagte Mustafa J. habe dann mehrfach mit einer Gas-/Schreckschusswaffe auf den Geschädigten geschossen. Beide Angeklagte hätten dem Geschädigten darüber hinaus diverse Schnitt- und Stichverletzungen mit Messern beigebracht und eine Flasche auf seinem Kopf zerschlagen. Der Aufforderung der Angeklagten, telefonisch 2.000 EUR bei seinen Verwandten zu erbitten, sei der Geschädigte nachgekommen, damit aber nicht erfolgreich gewesen. Daraufhin hätten die Angeklagten mit einem Baseballschläger auf den Angeklagten eingeschlagen, ihm weitere Schnittwunden zugefügt und ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen. Zudem hätten sie eine Flüssigkeit in die Wunden des Geschädigten gegossen, um dessen Schmerzen zu verstärken. Weitere vom Geschädigten daraufhin geführte Telefonate hätten ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Ohne ihren Plan weiter zu verfolgen seien die Angeklagten dann eingeschlafen, woraufhin es dem Geschädigten gelungen sei, sich zu befreien und zu fliehen.

Am 25.02.2019 hätten die Angeklagten D. und P. verabredet, eine weitere Person zu überfallen, indem sie sich Zugang zu deren Haus in Mönchengladbach verschaffen wollten, um ihr 1.000 EUR und ihre Bankkarte zu entwenden und sie bei dieser Gelegenheit „tot zu schlagen“. Die Tat sei aufgrund der Festnahme des Angeklagten P. am 26.06.2019 nicht mehr zur Ausführung gelangt.
Der Angeklagte Mustafa J. wird von Rechtsanwalt Nikolas Schubert aus Dortmund, der Angeklagte Thomas O. von Rechtsanwalt Oliver Wintz und der Angeklagte Matthias D. von Rechtsanwalt Ingo Herbort, beide aus Mönchengladbach, verteidigt. Insgesamt acht Termine sind für die Verhandlung vorgesehen.

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