Ein buntes Fest der Solidarität, Mitmenschlichkeit und aktiven Teilhabe erlebte der Sparkassenvorplatz in Viersen am gestrigen Samstagmittag beim Selbsthilfetag der Kreisgruppe Viersen des Paritätischen NRW.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Martin Häming
Viersen – In Kooperation mit dem BIS – der Selbsthilfe im Kreis Viersen lud der Paritätische gestern zu einem dreistündigen Programm ein, das in diesem Jahr unter dem Motto „Bürgerschaftliches Engagement“ stand – ein Thema, das aktueller und wichtiger kaum sein könnte.

Mit kraftvollen Dudelsackklängen eröffnete die Formation White Hackle Pipes & Drums den Tag und sorgte direkt für eine besondere Atmosphäre auf dem Platz. Gleich daneben: Trommelrhythmen aus Westafrika. Unter Anleitung des erfahrenen Musikers Moussa Diallo konnten Besucherinnen und Besucher in kostenfreien Workshops selbst zu Trommelstöcken greifen – ein Erlebnis, das Jung und Alt gleichermaßen begeisterte. Die Jugendfeuerwehr Viersen hatte für die jungen Gäste ein besonderes Highlight vorbereitet: In voller Montur durften Kinder mit dem Feuerwehrschlauch ein „Feuer“ löschen – für viele ein erster kleiner Einsatz als Alltagsheld.

Zahlreiche Informationsstände boten tiefe Einblicke in die vielfältige Arbeit von Selbsthilfegruppen und sozialen Organisationen, die unter dem Dach des Paritätischen versammelt sind. 16 Gruppen vom BIS und zahlreiche Mitgliedsorganisationen des Paritätischen – insgesamt umfasst die Kreisgruppe Viersen 36 Organisationen – stellten ihre Projekte und Hilfsangebote vor. Mit dabei waren unter anderem die Lebenshilfe, das Allgemeine Krankenhaus Viersen, die Psychiatrische Hilfsgemeinschaft Viersen, der Kinderschutzbund Viersen, diverse Elterninitiativen sowie die Frauenberatungsstelle.

In Talkrunden und persönlichen Gesprächen wurden nicht nur Angebote vorgestellt, sondern auch Geschichten geteilt, wie durch Selbsthilfegruppen oftmals neue Wege und sogar ganze Vereine entstanden sind. „Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie“, betonte Barbara Shahbaz, Geschäftsführerin der Paritätischen Kreisgruppe Viersen, die den Öffentlichkeitstag federführend organisiert hat.
Die Bedeutung des Engagements wurde auch durch den Besuch hochrangiger Gäste unterstrichen. Ertunç Deniz, Beigeordneter für Soziales, Schule, Bildung, Sport, Kinder, Jugend und Familie der Stadt Viersen, übernahm die Schirmherrschaft für den Tag. In seiner Ansprache betonte er: „Der Tag der Öffentlichkeit erinnert uns daran, wie wichtig Transparenz, Offenheit und der Austausch in unserer Gesellschaft sind. Er schafft Raum für Dialog, Verständnis und gegenseitige Unterstützung.
Der Tag der Selbsthilfe hebt die Stärke und den Mut der Menschen hervor, die sich gemeinsam für ihre Belange einsetzen, Herausforderungen bewältigen und sich gegenseitig stärken. Selbsthilfe ist ein wertvolles Fundament für eine inklusive und solidarische Gesellschaft.
Ich danke allen, die sich täglich – ganz besonders im Ehrenamt für eine gerechtere, unterstützende und offene Gesellschaft engagieren. Möge dieser Tag uns alle inspirieren, weiterhin zusammenzuhalten und gemeinsam für eine bessere Zukunft einzustehen.“

Auch Jens Ernesti, Kreissozialdezernent des Kreises Viersen, überbrachte ein Grußwort und würdigte das vielfältige Engagement der teilnehmenden Gruppen und Organisationen.
Der Selbsthilfetag 2025 hat erneut gezeigt, wie stark die Zivilgesellschaft im Kreis Viersen ist und wie vielfältig die Wege sind, auf denen Menschen füreinander einstehen. Ob durch professionelle Hilfeangebote, Selbsthilfegruppen oder ehrenamtliche Initiativen – das gelebte Engagement schafft ein Netz der Unterstützung, das weit über den Tag hinaus wirkt. Die Veranstalter und Teilnehmenden zeigten sich durchweg zufrieden: Informativ, herzlich und inspirierend – so lautete das einhellige Fazit vieler Gäste. (cs)




