Die Kulisse war nass, die Stimmung umso wärmer: Im Herzen des BORUSSIA-PARKs wurde am Freitagabend ein neues Kapitel Vereinsgeschichte sichtbar – und greifbar. Mit der Enthüllung einer überlebensgroßen Bronzeskulptur eines Fohlens setzte Borussia Mönchengladbach zum Start des Jubiläumswochenendes ein emotionales und bleibendes Zeichen.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker
Mönchengladbach – Der „Goldene Teppich“, der den Vorplatz zwischen Fanshop und Sportsbar säumte, wurde zur Bühne für große Namen und große Gefühle. Unter dem Applaus von rund 2.500 Anhängern schritten Vereinsikonen wie Rainer Bonhof, Berti Vogts, Hacki Wimmer, Günter Netzer, Lothar Matthäus, Uwe Kamps, Tony Jantschke und Rocco Reitz über den Teppich – bei strömendem Regen, der den Moment jedoch nur umso eindrücklicher machte. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs lüfteten sie schließlich das Geheimnis unter dem schwarzen Vorhang.

Was dann sichtbar wurde, war mehr als nur Metall: eine 4,50 Meter hohe Fohlenfigur aus Bronze – kraftvoll, aufrecht, detailreich. Sie steht sinnbildlich für das Selbstverständnis eines Klubs, der sich stets zwischen jugendlicher Dynamik und traditionsreicher Standfestigkeit bewegt hat.
„Die Statue soll ein Denkmal für die Ewigkeit sein und ist ein Geschenk an unsere treuen Fans, die unseren Club in guten und in weniger guten Zeiten bedingungslos unterstützen“, sagt Sebastian Otten, Direktor Marketing & Geschäftsentwicklung bei Borussia. Die Figur ist nicht abgesperrt, nicht erhöht – sondern für jeden zugänglich. Berühren ausdrücklich erlaubt. Sie lädt zum Innehalten, Fotografieren und Träumen ein. Als neuer Treffpunkt im Borussia-Park wird sie künftig wohl auch emotionale Fan-Rituale begleiten: vor Heimspielen, nach Siegen, an besonderen Tagen.

Nicht wenige Fans hatten mit einer Statue für Günter Netzer gerechnet – dieser selbst nahm die Entscheidung sportlich: „Alles ist besser als ich“, grinste er, ganz der alte Entertainer. „Borussia wird auf der ganzen Welt geliebt. Ich bin stolz, dass ich heute bei der Enthüllung dabei sein darf“, sagte Lothar Matthäus. Präsidiumsmitglied Uwe Kamps zeigte sich ebenfalls bewegt: „Es ist eine große Ehre, mit euch die Skulptur auspacken zu dürfen. Sie ist für den Klub und für die Ewigkeit.“
Borussia-Fans haben zudem die Chance, Teil dieses Denkmals zu werden: Wer eine auf 1.900 Exemplare limitierte Miniatur der Statue für Zuhause erwirbt, bekommt eine personalisierte Plakette – dieselbe Plakette wird auch an der großen Statue angebracht. Es ist eine Einladung an die Gemeinschaft, sich dauerhaft zu verewigen – mit Namen, Erinnerungen, Emotionen.

Die 6,5 Tonnen schwere Statue steht sinnbildlich für die Tragweite der Jubiläumsfeier. Sie ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein Bekenntnis – zum Verein, zur Stadt, zur Fankultur. Sie erzählt keine Geschichte, sondern viele: von Aufstiegen, Abstiegen, Helden und Heimspielen, von Leidenschaft und Loyalität. Und so war dieser feierliche Moment zum Auftakt des Jubiläumswochenendes nicht bloß eine Enthüllung. Er war eine Verneigung. Vor 125 Jahren Vereinsgeschichte. Und vor all jenen, die Borussia leben – gestern, heute, morgen. (nb/opm)





