Nach schwerem Unfall am Sportpark Süchtelner Höhen – Grüne fordern Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Nach einem schweren Verkehrsunfall am Anfang November an der Hindenburgstraße in Höhe des Sportparks Süchtelner Höhen wächst der politische Druck, die Verkehrssicherheit an der viel frequentierten Querungsstelle zu verbessern. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Viersener Stadtrat hat nun eine offizielle Anfrage an die Viersener Stadtverwaltung gestellt.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler

Viersen-Süchteln – Gegen 18.30 Uhr war am 6. November ein 11-jähriger Junge, der nach dem Fußballtraining mit dem Fahrrad auf dem Heimweg war, beim Überqueren der Hindenburgstraße von einem herannahenden Pkw erfasst und schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei hatte das Kind die Querungshilfe in Richtung Innenstadt nutzen wollen, als es zum Zusammenstoß kam. Der Schüler wurde mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Unfall löste in der Süchtelner Bevölkerung große Betroffenheit aus – viele Familien nutzen den Sportpark täglich, gerade in den Abendstunden während der Trainingszeiten.

Bereits seit längerem hatten Eltern sowie Vertreter örtlicher Sportvereine auf die Gefährdungssituation aufmerksam gemacht. Besonders problematisch ist nach ihrer Einschätzung der Abschnitt entlang der Hindenburgstraße zwischen Lobbericher Straße und dem Sportpark: Der Radweg ist dort unbeleuchtet, ebenso der Parkplatz des Sportparks. Zusätzlich nutzen viele Kinder und Jugendliche den schmalen, unbefestigten Waldweg zwischen Volksbankarena und Sportpark – mangels besserer Alternativen. In der dunklen Jahreszeit werde der Bereich so zu einer kaum kalkulierbaren Gefahr, heißt es aus Vereinskreisen.

Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen nun Aufklärung und konkrete Sicherheitsmaßnahmen. In ihrem Schreiben an den Bürgermeister verlangt die Fraktion detaillierte Informationen über die Entwicklung der Unfallzahlen in den vergangenen fünf Jahren im Bereich Hindenburgstraße/Sportpark/Lobbericher Straße – insbesondere zur Art der Unfälle, zu deren Häufigkeit und Schwere.

Zudem erkundigen sich die Grünen nach dem Sachstand der seit Jahren diskutierten Umgestaltung der Einmündung Lobbericher Straße/Hindenburgstraße. Bereits früher war ein Kreisverkehr als mögliche Entschärfung dieses Verkehrsknotens ins Gespräch gebracht worden. Die Fraktion möchte wissen, ob die Planungen fortgeschritten sind und ob dabei besondere Schutzmaßnahmen für Radfahrende und Fußgänger vorgesehen sind.

Ein weiterer Fokus liegt auf kurzfristig realisierbaren Verbesserungen: Die Fraktion fragt, ob die Verwaltung zusätzliche Beleuchtung für die Querungshilfe oder die Radwege entlang der Hindenburgstraße plant. Auch die Möglichkeit, den Waldweg zwischen Volksbankarena und Sportpark zu befestigen und zu beleuchten, soll geprüft werden. Ziel sei eine sichere Alternativroute für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind.

Ebenfalls thematisiert wird die Einhaltung der eingerichteten Tempo-50-Begrenzung auf dem betreffenden Streckenabschnitt. Die Grünen möchten wissen, wie häufig mobile Radarmessgeräte dort eingesetzt wurden und welche Daten die Messungen erbracht haben. Aus Sicht der Fraktion könnte eine konsequentere Geschwindigkeitskontrolle kurzfristig für mehr Sicherheit sorgen.

Die Stadtverwaltung soll die Fragen nun – gegebenenfalls in Abstimmung mit Straßen.NRW als Baulastträger – beantworten. Die Antworten werden voraussichtlich in einer der kommenden Ausschusssitzungen öffentlich beraten. (sk)