Parkinson-Risiko durch Pestizide für „grüne Jobs“ im Kreis Viersen

Darauf sollten Menschen mit „grünen Jobs“ achten: Parkinson-Gefahr durch Pestizide. „Wer im Kreis Viersen auf dem Feld arbeitet oder im Gewächshaus Pflanzen hochzieht, den kann es treffen: Der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln kann ein erhöhtes Risiko mit sich bringen, an Parkinson zu erkranken“, warnt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Düsseldorf, Tino Brüning.

Kreis Viersen – Für Beschäftigte der „grünen Berufe“ gebe es dazu nun eine wichtige Neuerung: Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide wird jetzt erstmals als Berufskrankheit anerkannt, so die IG BAU Düsseldorf. Damit hätten Betroffene über die Berufsgenossenschaft Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. „Wer welche Unterstützung bekommt, hängt vom Einzelfall ab. Es reicht von der medizinischen Versorgung bis zu Geldleistungen. Betroffene müssen allerdings nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage Pestiziden ausgesetzt waren“, so Tino Brüning von der Agrar-Gewerkschaft IG BAU.

Das gelte neben Menschen, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben, beispielsweise auch für Beschäftigte im Gartenbau, im Forst und in der Floristik. Sogar auf dem Bau werde bei Sanierungsarbeiten mit Pestiziden gearbeitet. „Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall Pestizide zu finden sind. Gerade im Sanitärbereich kommen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz. Und die enthalten oft Pestizide“, erklärt Brüning.

Der Gewerkschafter rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden. Allein in der Landwirtschaft sind im Kreis Viersen nach Angaben der IG BAU Düsseldorf rund 3.400 Menschen beschäftigt. Viele davon hätten auch mit Pflanzenschutzmitteln zu tun, so die Agrar-Gewerkschaft. Deren Mitglieder können sich direkt an die IG BAU vor Ort wenden:
duesseldorf@igbau.de | 0211 – 35 59 49 0 (opm)

Ein Kommentar

  1. Es ist bestimmt auch mal dran gedacht worden, das Leute unvermindert an Felder vorbeifahren wo mit Pestizide gespritzt wird und bei Wind dieses Mittel der Radfahrer und Fußgänger Automatisch mit in Kontakt kommt, so auch Autofahrer und Linienbusse die bei offene Fenster voll mit Pestizide in Kontakt kommen. Diese Personen sind auch Gefährdet. Auch Häuser die Nähe Landwirtschaftsfelder wohnen sind von der Gefährdung betroffen. Hier müsste mehr gemacht werden. Hier sind auf Dauer auch Menschen mit der Gefährdung betroffen, das diese Minderheit nie Berücksichtigt wurde und die Berufsgenossenschaften hier mehr Einsatz tätigt.

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