Goldener Saft, goldene Stunden – Boisheim feiert sein 3. Apfelfest

Wenn das satte Rot und Grün der Äpfel mit dem warmen Gold des Spätsommers verschmilzt, dann ist in Boisheim wieder Apfelfest-Zeit. Am vergangenen Sonntag lud der Bürgerverein bereits zum dritten Mal ein – und zahlreiche Besucher folgten dem verlockenden Duft von frisch gepresstem Saft, Zwiebel- und Apfelkuchen in den Boisheimer Naschgarten.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Leo Dillikrath

Viersen-Boisheim – Es war wieder Zeit für das Boisheimer Apfelfest, welches in der nun dritten Runde zur guten niederrheinischen Tradition wurde. Bevor jedoch die Genüsse lockten, erinnerte der Boisheimer Bürgerverein daran: Erst wählen gehen, dann feiern! Denn parallel zum Fest öffneten auch die Wahllokale zur Kommunalwahl ihre Türen. Viele Gäste nutzten den doppelten Anlass – Demokratie stärken und Gemeinschaft leben.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Schon von weitem hörte man das Lachen der Kinder, die mit Fangkörben ausgestattet Äpfel direkt von den Bäumen pflückten. Auch das Fallobst wurde sorgfältig gesammelt, denn nichts sollte verloren gehen. Schritt für Schritt konnten Groß und Klein miterleben, wie aus dem Obst zunächst Maische entstand und schließlich klarer, goldgelber Saft ins Glas floss. Die Kinder durften dabei kräftig mithelfen, kurbeln, drücken und natürlich kosten. „So schmeckt Heimat“, schwärmte ein Besucher beim ersten Schluck des frischen Apfelsafts.

Für das leibliche Wohl war reichlich gesorgt: Hausgemachte Apfelkuchen in allen Variationen, duftender Zwiebelkuchen, dazu Federweißer, Bier, Kaffee und ein bunt bestückter Naschgarten für die jüngsten Gäste ließen keine Wünsche offen. „Hier kann man einfach nicht widerstehen“, meinte eine Boisheimerin, während sie sich ein weiteres Stück Kuchen gönnte.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Doch das Apfelfest bot mehr als Gaumenfreuden: Besondere Aufmerksamkeit fand ebenfalls der NABU-Stand von Günter Wessels. Er hatte eine kleine Obstausstellung mit rund 40 Apfel- und Birnensorten zusammengestellt – viele davon längst aus den Gärten und Regalen verschwunden.

„Das eingeschränkte Angebot im Supermarkt lässt die alten Sorten nach und nach in Vergessenheit geraten. Eigentlich schade!“, so Wessels. Den Boisheimern versprach Wessels zudem nach der großen 2. Viersener Buchentagung im Herbst die Obstbäume im Garten an der Linder Straße wieder zu pflegen. (ld)

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath