Ein Dorf lebt von den Menschen, die mehr tun als nötig – und von denen, die andere mitreißen. Beim gut besuchten DORV-Abend in Boisheim wurde am 16. April eine Frau geehrt, die genau dafür steht: Brigitte Jansen.
Von RS-Redakteurin Sabrina Köhler
Viersen-Boisheim – Für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement erhielt sie die SchellackGoldEdition „Ehrenamtlerin des Monats April 2026“ von Initiator Volkmar Hess; eine Auszeichnung, die nicht nur Anerkennung, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des Ehrenamts setzt.
Brigitte Jansen ist in Boisheim längst mehr als nur ein bekanntes Gesicht. Sie ist eine der tragenden Säulen des gemeinschaftlichen Lebens. Ihr Engagement begann bereits 1991 beim TV Boisheim, wo sie zunächst im Vorstand tätig war. Nur wenige Jahre später übernahm sie Verantwortung auf dem Spielfeldrand: Als Übungsleiterin trainierte sie Handballkinder und führte später sogar eine Frauenmannschaft als Spielertrainerin; ein Einsatz, der sportliche Leidenschaft mit sozialem Engagement verband.
Auch über den Sport hinaus engagierte sich Jansen früh für ihr Dorf. In den 1990er Jahren war sie im Vorstand des Bürgervereins Boisheim aktiv und setzte sich für die Belange der Gemeinschaft ein. Ab 2003 widmete sie sich dann einer neuen Aufgabe: Über mehr als sechs Jahre betreute sie Konfirmandinnen und Konfirmanden, organisierte Hausgruppen und begleitete Fahrten; stets mit dem Ziel, junge Menschen zu stärken und Gemeinschaft erlebbar zu machen.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2009 mit der Übernahme des Vorsitzes im Förderverein Robin Hood e.V. in Dülken. Auch hier prägte sie die Vereinsarbeit entscheidend mit. Als sich ab 2014 die Anforderungen rund um das DORV-Zentrum in Boisheim erhöhten, gab sie den Vorsitz zwar ab, blieb dem Verein jedoch als stellvertretende Vorsitzende weiterhin eng verbunden.
Ihr wohl nachhaltigste Initiative startete sie 2016: die Gründung des Fördervereins des DORV-Zentrums Boisheim. Seitdem steht sie diesem als erste Vorsitzende vor und gestaltet gemeinsam mit ihrem Mann aktiv das bürgerschaftliche Leben rund um das Zentrum. Dabei fungiert sie nicht nur als Organisatorin, sondern auch als wichtige Schnittstelle zur Gemeinwesenarbeit der Stadtverwaltung.
Zwischen zehn und zwanzig Stunden pro Woche investiert Brigitte Jansen in ihr Ehrenamt; Zeit, die sie konsequent in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Damit erfüllt sie nicht nur alle Voraussetzungen für die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen, sondern nutzt auch deren landesweite Vorteile. Viel wichtiger jedoch: Sie verkörpert das, wofür diese Karte steht; Anerkennung für Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Volkmar Hess, Initiator der Auszeichnung, fand bei der Ehrung klare Worte: „Seit mehr als 30 Jahren bist du ehrenamtlich aktiv. Dein Wirken ist nachhaltig, du verbindest Menschen.“ Seine Idee, monatlich engagierte Persönlichkeiten vorzustellen und zugleich für die Ehrenamtskarte NRW zu werben, traf an diesem Abend auf breite Zustimmung.
Die Auszeichnung für Brigitte Jansen ist damit mehr als nur ein persönlicher Dank. Sie ist ein Symbol für die stille, oft unsichtbare Arbeit vieler Ehrenamtlicher – gerade in Zeiten, in denen öffentliche Ressourcen knapper werden und bürgerschaftliches Engagement zunehmend an Bedeutung gewinnt. Oder, um es mit einem Wort zusammenzufassen, das an diesem Abend mehrfach fiel: Chapeau. (sk)





