Sachstand zum Glasfaserausbau in Alt-Willich

Die Bürgerinitiative Pro Glasfaser Willich stellte sich den Fragen unserer Redaktion.

Willich – Wer dieser Tage auf den Fortschritt beim Glasfaserausbau in Alt-Willich blickt, kann dies kaum ohne Besorgnis tun. Anfang September meldete die Bürgerinitiative Pro Glasfaser Willich, dass das Bündelungsverfahren kurz vor dem Scheitern steht – es fehlen noch 46 Anträge, um den flächendeckenden Ausbau zu ermöglichen. Damit droht das letzte entscheidende Puzzlestück zu fehlen, das für eine vollständige Glasfaserinfrastruktur notwendig wäre. In einem letzten Appell wandte sich Bürgermeister Christian Pakusch unmittelbar vor der Kommunalwahl über die sozialen Medien an die Bürgerinnen und Bürger von Alt-Willich und rief eindringlich zur Beteiligung auf. Über den aktuellen Stand informiert nun der Chef der Bürgerinitiative, Peter Mackes im Interview.

Die Bürgerinitiative hat nach den entsprechenden Aufrufen und Veröffentlichungen abermals die Präsenzaktivitäten sowohl in den Sozialen Medien, als auch auf den Willicher Wochenmärkten hochgefahren. Was hat es gebracht, wie ist der Sachstand in Bezug auf die noch fehlenden Anträge?

Mackes: Unser Engagement hat sich nur zum Teil gelohnt. Viele Menschen haben uns besucht und sich informiert. Dennoch hat sich nur ein kleiner Teil für einen Glasfaser-Antrag entschieden. Aktuell fehlen noch 35 Anträge.

Kurz vor der Kommunalwahl hat sich auch der Bürgermeister Christian Pakusch in einem Social-Media-Post an die Alt-Willicher gewandt. Gibt es hierauf schon Reaktionen?

Mackes: Stand heute ist es noch zu früh, darauf zu antworten. Meist setzen die Reaktionen etwas später ein. Allerdings stand das letzte Wochenende im Zeichen der Kommunalwahl und da waren die Befindlichkeiten möglicherweise andere.

Angenommen, es kämen noch weitere Anträge hinzu, aber die Zahl der erforderlichen Anträge würde knapp nicht erreicht, was würde sich dann in Sachen Ausbau tun?

Mackes: Man muss es leider klar sagen. Dann wird Alt-Willich nicht ausgebaut. Die Deutsche Glasfaser hatte bereits ihre Erwartungshaltung deutlich nach unten geschraubt. Damit sich die Investitionen im mehrfachen Millionenbereich lohnen, müssen aber irgendwie noch die 35 Anträge eingereicht werden. Man darf nicht vergessen, dass sich die Deutsche Glasfaser als einziger Investor im freifinanzierten Ausbau des Glasfasernetzes engagiert hat. Aber dennoch ist auch dieses Unternehmen am Ende ein Wirtschaftsunternehmen, welches Investitionen deckeln muss.

Welche Argumente sprechen denn für einen Antrag beziehungsweise, warum sollte man in einen Glasfaseranschluss im Hause haben?

Mackes: Die EU und die deutsche Politik haben klare Pläne. Bis 2030 sollen die alten DSL- und VDSL-Netze abgeschaltet werden. Dann müssen alle, die noch auf Kupferleitungen setzen, aller Voraussicht nach selbst kräftig investieren. Ein nachträglicher Glasfaseranschluss kostet – Stand heute – mindestens 1.500 € pro Haushalt. Baukostenfreie Anschlüsse sind dann kaum noch zu erwarten. Glasfaser ist nicht Luxus, sondern die Grundlage für modernes Leben und Arbeiten. Schnelles, stabiles Internet ist die Voraussetzung für Homeoffice, digitale Bildung, Telemedizin und smarte Anwendungen in Haushalt und Wirtschaft.

Es wurde angekündigt, dass das Büro der Bürgerinitiative in Willich, Peterstr. 20 nur noch bis zum 27. September geöffnet ist. Zu welchen Zeiten ist das Büro dort besetzt?

Mackes: Mich trifft man dort immer dienstags und freitags in der Zeit von 15-18 Uhr. Am 27. September räumen wir unser Büro, sind aber dennoch letztmalig in der Zeit von 12-18 Uhr beratend vor Ort.

Gibt es noch Alternativen, um einen Antrag einzureichen?

Mackes: Natürlich kann man jederzeit über den Link hilfe@glasfaser-willich.de einen Antrag stellen. Darüber hinaus kann man uns über die Rufnummer 02156-910434 erreichen. Über diese Rufnummer können wir zudem viele Fragen beantworten, die von seiten des Antragstellenden vorhanden sind.

Sie und Ihre Mitstreiter haben sich seit vielen Jahren erfolgreich für den Glasfaserausbau in der Stadt Willich engagiert. Was würde es für Sie bedeuten, wenn das Ziel nicht erreicht wird?

Mackes: Zunächst einmal werden wir mindestens so lange beratend präsent sein, wie die aktuellen Ausbauaktivitäten in der Stadt Willich laufen. Meine ehrenamtlichen Mitstreiter Hannes Zühlsdorff (Social Media) und Ralf Klein (Pressesprecher) werden sich ebenso weiter engagieren. Wir sind mit der Bürgerinitiative Anfang Januar 2019 gestartet und können Stand heute stolz darauf sein, dass wir bis auf Alt-Willich alle Ausbaugebiete in unserer Stadt mit Glasfaser haben erschließen können. Sollte Alt-Willich nicht mit ans Glasfasernetz gehen wollen, so hat sich zumindest der Großteil unserer Stadt aufgrund unserer Initiative erfolgreich für eine sichere Zukunft entschieden. (opm)

Foto: Pro Glasfaser Willich