Der Wald ist ein Ort der Erholung für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 50.000 Kilometer ausgewiesene Wanderwege im Land bieten viele Möglichkeiten, die Natur zu erleben und zu genießen.
Magazin – Der Wald ist außerdem Heimat vieler Tiere, die geschützt werden müssen. Der Schutz gilt ganz besonders in der sogenannten Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 31. Juli. In dieser Zeit ist der Wald die Kinderstube der Wildtiere: Überall in den Dickungen ziehen die Tiere des Waldes ihren Nachwuchs groß und brauchen Ruhe. Aber nicht nur im Wald, sondern auch auf Feldern und Wiesen, beginnt die Brut- und Aufzuchtzeit. Deshalb sollten Hunde beim Spaziergang im Wald oder entlang von Feldern immer an der Leine und nur auf befestigten Wegen bleiben, um Jungtiere oder auch Gelege und Bodenbrüter zu schützen.
Ministerin Silke Gorißen: „Wir alle sind als Besucherinnen und Besucher des Waldes aufgefordert, beim Spaziergang auf ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben und uns rücksichtsvoll zu verhalten – ganz besonders im Frühling, wenn viele Tiere ihre Jungen bekommen und großziehen. Wer ein Jungtier findet, darf es nicht aufnehmen oder anfassen. Die Tiermütter sind meistens ganz in der Nähe, kommen aber erst dann, wenn der Mensch sich ausreichend entfernt hat. Gerade zur Brut- und Setzzeit sollten Hunde daher auch an der Leine geführt werden.“
Was tun beim Fund von Jungtieren?
Grundsätzlich gilt: Bitte Jungtiere nicht anfassen oder gar mitnehmen, sondern umgehend die Untere Jagdbehörde oder bei der zuständigen Polizeistelle anrufen. Diese verständigen einen Revierjäger, der entsprechend ausgebildet ist und entscheiden kann, ob das Wild Hilfe braucht. Kontakt mit Menschen oder Hunden kann dazu führen, dass Elterntiere ihre Jungen verstoßen oder nicht mehr erkennen und dies dann in der Regel zum sicheren Tod der Jungtiere führt. Viele Wildtiere legen ihren Nachwuchs von Zeit zu Zeit ab, um potentielle Beutegreifer nicht auf sie aufmerksam zu machen. Wenn das Jungtier nicht verletzt ist, wird die Mutter zurückkommen, sobald der Mensch nicht mehr in der Nähe ist.
Verkehrsunfall mit Wild?
Auch hier ist die Polizei der richtige Ansprechpartner: Sie informiert den Revierjäger, damit er helfen kann. Auch wenn das Wild vom Unfallort wegrennt, muss ebenfalls die Polizei verständigt werden. Und ein am Unfallort verendetes Reh kann ein Kitz hinterlassen, welches hilfebedürftig ist und gefunden werden muss.
Wildtierhilfe auf einen Blick
- Rehkitz gefunden? Nicht anfassen und bitte zügig die Umgebung verlassen. Die Ricke legt ihr Kitz von Zeit zu Zeit ab und kommt nur dann zurück, wenn das Umfeld sicher ist.
- Junghase gefunden? Die Häsin säugt ihre Jungtiere nur wenige Male am Tag, um Beutegreifer nicht auf die Jungtiere aufmerksam zu machen. Ist der kleine Hase nicht verletzt, wird seine Mutter bald wieder da sein. Es gibt keinen Grund zum Handeln.
- Frischling gefunden? Vorsicht Gefahr! Umgehend den Ort verlassen! Wenn ein Jungtier eines Wildschweins gefunden wird, kann die Bache, also das Muttertier, in der Nähe sein und zum Schutz ihres Frischlings unter Umständen den Menschen angreifen.
- Fuchswelpe gefunden? Auch hier gilt: Das Tier erst einmal aus einem sicheren Abstand beobachten, ob es orientierungslos oder krank wirkt. Es empfiehlt sich nach einigen Stunden zu kontrollieren, ob es noch allein ist. Erst dann benötigt der kleine Welpe Hilfe. Ein Fuchs ist ein Raubtier und kann sich wehren, wenn es Angst hat oder sich bedroht fühlt. (opm)