Chrónia pollá oder: Wir wünschen frohe Ostern!

Frohe Ostern? Aber das war doch schon am vergangenen Wochenende! Zumindest bei den Katholiken und Protestanten. Am gestrigen Freitag jedoch begann das Osterwochenende mit dem Karfreitag für die orthodoxen Gläubigen und nicht nur weltweit, auch in Dülken zogen die Betenden in einer Prozession um die St. Cornelius Kirche.

Viersen-Dülken – Erst in einigen Jahren wird das Osterfest wieder auf einen gemeinsamen Termin fallen. Schuld daran sind zwei Kalender, die voneinander getrennt das Osterfest bestimmen. Während am vergangenen Sonntag nach dem gregorianischen Kalender gefeiert wurde, den Papst Gregor XIII. bearbeitet hat um Kalenderungenauigkeiten zu beseitigen, feiert die orthodoxe Kirche das Osterfest nach dem julianischen Kalender, den Cäsar konstruiert hat. Während die christliche west-römisch-katholische Kirche so feststehende Termine im Kirchenjahr feiert, hängt das orthodoxe Osterfest vom Frühlingsvollmond ab.

In diesem Jahr trennen so sieben Tage die Gläubigen am Karfreitag, es ist aber durchaus eine Differenz bis zu fünf Wochen möglich beim für die griechisch-orthodoxe Kirche bedeutsamsten Fest, dem Osterfest (Ágio Pás-cha). Bereits 40 Tage vor dem Osterfest hat die griechische Osterzeit mit der Fastenzeit begonnen, an die sich die Große Woche (Megáli Ebdomáda) oder die Woche der Leiden von Jesus anschließt. Sie endet heute um Mitternacht mit der Auferstehung von Jesus Christus. Symbolisch zog die griechische Gemeinde am gestrigen Karfreitag um die altehrwürdige St. Cornelius-Kirche, verwiesen auf die Anzahl der Tage bis zur Auferstehung von Jesus Christus, bevor der mit Blumen und Myrrhe geschmückte Epitáfio am Eingang der Kirche hochgehoben wurde und die Gläubigen unter ihm durchliefen um den Heiligen Segen zu empfangen.

Heute um Mitternacht wird der Tropárion, der Psalm erklingen, der die Auferstehung von Jesus Christus ankündigt: Christós anésti ek nekrón, thanáto thánaton patísas, kai tis en tis mnímasi zoín charisámenos. Damit endet die Fastenzeit mit dem traditionellen Eiertitschen. Nur bunt sind die Eier nicht auf der griechischen Festtafel, die ebenfalls das traditionelle Osterbrot und Ostergebäck umfasst. Die Eier sind rot, symbolisieren das Blut Jesus und wessen Ei beim Aneinanderschlagen unbeschädigt bleibt, dem steht das Glück das ganze Jahr zur Seite. (pl)