Die Narrenakademie feierte närrische Exzellenz: Herbert Reul als Doctor humoris causa geehrt

In einem glanzvollen Festakt, der weit über die Grenzen des Alltäglichen hinaus strahlte, ehrte die traditionsreiche „Narrenakademie – Die erleuchtete Monduniversität, die berittene Akademie der Künste und Wissenschaften zu Dülken“ am Montag, dem 365. Tag des Jahres 471 ihres illustren Bestehens, den hochgeschätzten Innenminister Herbert Reul zum Doctor humoris causa.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz und Leo Dillikrath

Dölke – Im festlich geschmückten Dülkener Bürgerhaus, umrahmt von einer Schar aus Senatoren, Doktoren aller Fakultäten, wachsamen Prüfern des närrischen Rigorosums und zahlreichen geladenen Gästen, erstrahlte der Abend in einem funkelnden Mosaik aus Tradition, Schalk und akademischem Esprit.

Die Narrenakademie, die ihren Ursprung in jahrhundertealten Traditionen hat, versteht sich als Hort der närrischen Weisheit und als lebendiges Denkmal humoristischer Geisteskunst. Bereits seit ihrer Gründung werden hier Doktortitel verliehen, die nicht allein akademische Verdienste, sondern vor allem die Fähigkeit zur meisterhaften Satire und zur brillanten Auslegung der menschlichen Absurditäten feiern. Der Montagabend fügte diesem bunten Reigen eine neue, glanzvolle Facette hinzu.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Bereits zu Beginn des Abends ergriff der Rector magnificus das Wort und begrüßte in feierlichem Ton die anwesende Schar – von hochadeligen Senatoren über erlauchte Doktoren bis hin zu den wachsamen Prüfern des närrischen Rigorosums. Die Atmosphäre war von einer feierlichen, aber zugleich humorvollen Stimmung geprägt, die den Charakter der Akademie in all ihren Facetten widerspiegelte.

Die musikalische Begleitung übernahm Gabriel Vaelle, dessen Klänge den festlichen Rahmen akzentuierten und die Zuhörer in eine Welt entführen, in der Musik und Humor in harmonischem Einklang stehen. Sein Beitrag, der dem Abend eine zusätzliche emotionale Tiefe verlieh, wurde von den Anwesenden mit begeistertem Applaus honoriert.

Im weiteren Verlauf des Abends folgte eine kunstvoll inszenierte Laudatio in Reimform, vorgetragen von Dr. René Pschierer – dem Mainzer Bajazz und selbst stolzem Träger eines närrischen Doktortitels. Mit spitzfindigen Versen und augenzwinkernder Ironie wurde Herbert Reul gewürdigt. Dabei kamen sowohl seine bescheidenen, aber heroischen Eigenschaften als auch seine Verdienste als Innenminister zur Sprache. Die humorvolle und zugleich tiefgründige Darbietung ließ den Raum förmlich erstrahlen und machte deutlich: Hier zählt nicht allein das Offensichtliche, sondern auch das spielerische Hinterfragen der Realität.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Der Höhepunkt des Abends bildete aber natürlich das närrische Rigorosum, in dem Herbert Reul auf die Probe gestellt wurde. Die Prüfung, die in ihrer Ausgestaltung ebenso amüsant wie anspruchsvoll ist, forderte von ihm die höchste Form der Schlagfertigkeit und Geistesblitze. In einer Reihe pointierter Fragen – die von der Kunst der politischen Rede bis hin zu den kuriosen Eigenheiten nächtlicher Verkehrskontrollen in Leichlingen reichten – demonstrierte der Kandidat, dass Humor und Politik in harmonischem Zusammenspiel stehen können.

Besonders prägnant waren dabei die Diskussionen um die Frage, wie Politiker sprechen sollten, und die humorvolle Betrachtung der Rennen in Leichlingen, bei denen der Innenminister nicht selbst, sondern seine engagierten Polizisten agieren. Mit charmant-satirischen Bemerkungen und einer gewissen Selbstironie verwies Reul darauf, dass es oft die mutigen Männer und Frauen der Sicherheitskräfte sind, die tagtäglich nicht nur für unseren Schutz, sondern auch für ein Lächeln im Angesicht des Absurden sorgen.

Nach dem erfolgreichen Bestehen und einer feierlichen Verkündung wurde Herbert Reul mit dem Doktortitel „humoris causa“ in den erlauchten Kreis der Narrenakademie aufgenommen. Der offizielle feierliche Aufruf „Vivat, Crescat, Gaudeat – es lebe, wachse und lache die Wissenschaft der Narretei!“ hallte durch den festlich geschmückten Saal und besiegelte den triumphalen Moment mit einem Gloria tibi Dülken!

Die Promotion von Herbert Reul war mehr als eine bloße Zeremonie – sie war ein kulturelles Ereignis, das die einzigartige Verbindung von Politik, Kunst und Humor eindrucksvoll zur Schau stellte. Die Mischung aus Tradition, feinsinnig satirischem Witz und akademischer Exzellenz bot den Anwesenden ein Erlebnis, das in seiner Vielfalt und seinem Esprit seinesgleichen sucht. Dabei wurde erneut unterstrichen, dass die wahre Wissenschaft der Narretei nicht nur in der Theorie existiert, sondern auch in der lebendigen Praxis, in der Humor als essenzielles Element gesellschaftlichen Zusammenlebens zelebriert wird. Herbert Reul, der nun als Doctor humoris causa in den Annalen der Narrenakademie verewigt ist, hat mit seiner charmanten Art einen neuen Maßstab gesetzt. Der Abend im Dülkener Bürgerhaus wird als ein glanzvolles Beispiel dafür in Erinnerung bleiben, wie kulturelle Traditionen und moderne Politik in einem Fest der Heiterkeit miteinander verschmelzen können.

Foto: Rheinischer Spiegel/Leo Dillikrath

Die Veranstaltung wurde nicht nur von den traditionellen Akteuren der Narrenakademie zelebriert, sondern fand auch in der Anwesenheit zahlreicher politischer Vertreter, Sicherheitsbeamter und engagierter Bürger Beachtung – ein klares Signal dafür, dass selbst in ernsten politischen Zeiten Raum für Humor und Gelassenheit sein muss. So setzt die Narrenakademie auch weiterhin ein leuchtendes Zeichen für die Verbindung von akademischer Strenge und närrischer Lebensfreude.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch einen Blick auf den neuen Träger dieser Ehre werfen: ​Herbert Reul, geboren am 31. August 1952 in Langenfeld, ist ein deutscher Politiker der Christlich Demokratischen Union (CDU). Aufgewachsen in Leichlingen, absolvierte er nach dem Abitur 1971 ein Lehramtsstudium in Sozial- und Erziehungswissenschaften an der Universität zu Köln. Nach dem Zweiten Staatsexamen 1981 unterrichtete er bis 1985 als Studienrat am Städtischen Gymnasium in Wermelskirchen.​

Seine politische Laufbahn begann Reul 1971 mit dem Eintritt in die CDU. Von 1975 bis 1992 war er Stadtrat in Leichlingen. Zwischen 1985 und 2004 gehörte er dem Landtag Nordrhein-Westfalen an, wo er unter anderem als schulpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Von 1991 bis 2003 bekleidete er das Amt des Generalsekretärs der CDU Nordrhein-Westfalen.​

Seit dem 30. Juni 2017 ist Herbert Reul Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen. In dieser Funktion setzt er sich insbesondere für innere Sicherheit und die Stärkung der Polizeiarbeit ein. Bei der Landtagswahl 2022 wurde er erneut in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt und eröffnete als Alterspräsident die erste Sitzung der Legislaturperiode.​ (cs)