Leere Supermarktregale auch ohne Hamsterkäufe

Die Lieferengpässe der Industrie haben die Supermärkte erreicht. Immer häufiger bleiben Regale leer, die Versorgung von Lebensmitteln sei aber gesichert.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Wirtschaft/Kolumne – Da stehe ich also in dieser Woche vor einem leeren Regal bei einem bekannten Discounter in Viersen und wundere mich. Haben wir schon wieder Hamsterkäufe und keiner hat mir was gesagt? Jetzt, wo ich mich umschaue, fallen immer mehr Lücken ins Auge. Dabei trifft das Lieferkettenproblem nicht nur Nischenprodukte oder Saisonware, ebenfalls bekannten Marken gehen beispielsweise die Dosen aus. Coca-Cola kann laut eigenen Angaben auch künftig kurzfristige Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit nicht ausschließen.

Bisher litt besonders die Industrie unter der Problematik, die längst ebenfalls die Lebensmittelbranche erreicht hat. Süßigkeiten oder Tabakwaren fehlen ebenso wie Fahrräder, Technikartikel oder Chips für Autos. In Großbritannien ist der Mangel bereits wesentlich ausgeprägter durch Brexit und fehlende LKW-Fahrer. Hier werden sogar Pappbilder in die Regale gestellt – zu übersehen sind die Lücken dennoch nicht.

Wer nachfragt dem berichten Insider von einem täglichen Kampf um die Aufrechterhaltung des Angebotes aufgrund der anhaltenden Engpässe. Die generelle Versorgung sei gesichert, aber leere Regale einzelner Produkte werden die Kunden bis auf Weiteres begleiten, denn nicht nur Verpackungsmaterialien und Rohstoffe sind knapp, weshalb einige Hersteller Preiserhöhungen fordern. Zudem hatten verschiedene Hersteller während der Lockdownzeit die Produktion heruntergefahren, waren auf den starken Anstieg der Nachfrage nicht vorbereitet und weil ein solches Problem immer aus verschiedenen Mosaiksteinen besteht, gibt ebenfalls der Seehandel seinen Teil hinzu.

Die international gestörten Logistikströme beeinflussen zu einem nicht wesentlichen Teil den Non-Food-Bereich. Deutlich weniger Leercontainer stehen bereits seit Monaten zur Verfügung, Waren aus Asien warten unverladen auf ihren Transport – die gestiegene Nachfrage an Konsumgütern ist kaum zu bewältigen. Bei Wust, Käse und Co. fällt dieser Punkt glücklicherweise nicht ins Gewicht uns so bleiben wir vor britischen Zuständen verschont. (cs)

Foto: Rheinischer Spiegel

2 Kommentare

  1. Zurück in die Zukunft!

    Wir können begreifen lernen, dass nicht immer alles verfügbar sein muss. Vor allen Dingen Produkte, die eigentlich kein Mensch wirklich braucht. Das Massenangebot in Supermärkten ist mir oft unbegreiflich, produziert für den Müll.

  2. Vielleicht lehrt uns dies ein wenig Demut vor der sonst so selbstverständlichen Überversorgung und Wegwerfmentalität….

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