Serie: Künstlerportraits im Kreis Viersen – Michael Kettner

Die Viersener Fotografin Rebekka Litgen, Inhaberin von Black Sparrow Photography, widmet sich in ihrem aktuellen Projekt dem kreativen Schaffen von Künstler:innen im Kreis Viersen. Sie begleitet die Künstler:innen während ihres Arbeitsprozesses und fängt in ihren Fotografien die besonderen Momente zwischen der ersten Idee und dem fertigen Werk ein.

Kreis Viersen – Die Serie kombiniert beeindruckende Aufnahmen des künstlerischen Prozesses mit persönlichen Interviewfragen, die Einblicke in die Gedankenwelt und Arbeitsweise der Künstler:innen geben. Einige der Interviews stellt der Rheinische Spiegel in einer begleitenden Serie vor.

Bei der Künstlerbörse am 27. und 28. Juni 2026 im Süchtelner Weberhaus können Besucher:innen die porträtierten Künstler:innen persönlich kennenlernen und ihre Werke erleben. Gleichzeitig wird dort auch Rebekka Litgens fotografisches Kunstprojekt präsentiert, das den kreativen Prozess auf besondere Weise dokumentiert.


Künstlerportraits im Kreis Viersen
Jede Serie öffnet eine eigene Tür in eine kreative Welt.

Heute entdecken wir die Welt von Michael Kettner.

Foto: blacksparrowphotography.de

Michael Kettner begegnet der Kunst vor allem mit seinem persönlichen ästhetischen Empfinden. Er konzentriert sich zur Zeit auf große abstrakte Formate in Acryl, aber auch figurative Zeichnungen mit Kohle. Seine Arbeiten entstehen eher spontan und entwickeln sich direkt im Arbeitsprozess.

Für Michael steht vor allem das Kreieren selbst im Mittelpunkt. Etwas zu produzieren, Techniken zu erlernen und sich handwerklich weiterzuentwickeln, ist für ihn wichtiger als große Konzepte oder Botschaften. Seine Haltung zur Kunst ist dabei klar: Er möchte nichts erklären oder vermitteln, sondern etwas entstehen lassen, das ihn berührt und für ihn stimmig ist.

Wie würdest du deine Kunst in 3 Worten beschreiben?
Drei Worte? Hier sind sie: persönliches ästhetisches Empfinden. Nicht mehr und nicht weniger😊

Wodurch wirst du inspiriert und woher kommen deine Ideen meistens?
Zunächst sehe ich irgendetwas – ich schaue also, was andere machen. Aber letztlich entstehen die eigentlichen Ideen im Prozess, sie sind also nicht geplant.

Gibt es etwas, das dich regelmäßig blockiert und wie gehst du damit um?
Mich blockieren Termine, Zeitdruck, Formalitäten – alles, was nicht produktiv ist.

Was hat dich die Kunst über dich selbst gelehrt?
…dass es mir guttut, zu „erschaffen“. Da ich meinen Stil entwickeln will, orientiere ich mich dabei nicht primär daran, ob es anderen gefällt.

Wie stehst du zu KI Kunst, verändert sie deine Arbeitsweise?
Dass die KI Kunstwerke erschafft, die von „echten“ möglicherweise kaum oder gar nicht zu unterscheiden sind, mag manche ärgern. Mich interessiert dies aber nicht, da ich ausschließlich darauf fokussiert bin, Techniken, Fertigkeiten etc. zu lernen und zu beherrschen.

Was ist deine Botschaft mit deiner Kunst? Was willst du ausdrücken oder vermitteln?
Ich will nichts vermitteln, deshalb habe ich auch keine Botschaft. Ich möchte lediglich etwas schaffen, was – in meinen Augen – ästhetisch ist.

Was würdest du angehenden Künstler:innen raten?
Ich bin Laie, also noch am Anfang und maße mir schon deshalb nicht an, anderen „Ratschläge“ zu geben. Jeder sollte selbst schauen, beobachten und selektieren. Wie eintönig wäre die Welt, wenn man Ratschlägen immer folgen würde? Ich persönlich begegne Ratschlägern deshalb mit einer gewissen Skepsis😉 (opm)

Foto: blacksparrowphotography.de