Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Viersen setzt sich für eine stärkere sozialpädagogische Präventionsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in besonderen Problemlagen ein. In den laufenden Haushaltsberatungen beantragt die Fraktion daher, im Haushalt 2026 zusätzliche Mittel in Höhe von 20.000 Euro im bereitzustellen.
Viersen – Die Mittel sollen gezielt für Projekte und Maßnahmen eingesetzt werden, die schwer erreichbare junge Menschen besser ansprechen und unterstützen. Dabei geht es insbesondere um niedrigschwellige und sozialräumlich orientierte Angebote, die flexibel auf aktuelle Entwicklungen reagieren können.
Hintergrund des Antrags ist unter anderem die im Jugendhilfeausschuss zuletzt intensiv diskutierte Situation im Sozialraum Süchteln. Dort kommt es seit mehreren Monaten zu Spannungen im öffentlichen Raum zwischen Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden sowie einer Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Die SPD-Fraktion betont, dass sie die Stärkung des kommunalen Ordnungsdienstes grundsätzlich unterstützt. Gleichzeitig sei jedoch klar, dass ordnungsrechtliche Maßnahmen allein die bestehenden Konflikte nicht nachhaltig lösen können.
„Sicherheit im öffentlichen Raum ist wichtig. Deshalb ist auch ein handlungsfähiger kommunaler Ordnungsdienst notwendig. Gleichzeitig dürfen wir aber nicht nur auf Kontrolle und Ordnung setzen, sondern müssen auch präventiv arbeiten und die Ursachen von Konflikten in den Blick nehmen“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Manuel García Limia.
Die bestehenden Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit erreichen die betroffene Gruppe derzeit nur eingeschränkt. Deshalb sieht die SPD-Fraktion zusätzlichen Handlungsbedarf, um neue Zugänge zu schaffen und Vertrauen aufzubauen.
„Gerade bei schwer erreichbaren Jugendlichen brauchen wir flexible sozialpädagogische Ansätze – etwa Streetwork, projektbezogene Präventionsmaßnahmen oder temporäre Angebote im Sozialraum“, erläutert Dirk Lenzkes, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses.
Die bereitgestellten Mittel sollen es der Verwaltung ermöglichen, kurzfristig und unbürokratisch auf entsprechende Entwicklungen zu reagieren. Wichtig sei dabei auch, dass die Maßnahmen regelmäßig im zuständigen Fachausschuss berichtet werden.
„Es geht uns ausdrücklich nicht nur um die aktuelle Situation in Süchteln. Wir wollen einen Handlungsspielraum schaffen, damit die Stadt auch künftig bei vergleichbaren Entwicklungen in anderen Stadtteilen schnell reagieren kann“, betont Ratsmitglied Ebru Cornelißen.
Aus Sicht der SPD-Fraktion ist eine präventive und sozialraumorientierte Jugendhilfe ein entscheidender Baustein für ein friedliches Miteinander im Stadtgebiet.
„Prävention wirkt frühzeitig, stärkt Perspektiven und verhindert langfristig deutlich höhere Folgekosten. Gerade in angespannten Haushaltszeiten gilt: Prävention ist nachhaltiger und wirtschaftlicher als spätere Reparaturpolitik“, so die SPD-Fraktion abschließend. (opm)



