Wie man Teppiche richtig reinigt

Allen Besitzern von Teppichböden ist das Problem bekannt. Man feiert eine Party – lauter nette Leute –  und irgendjemand stößt im Rahmen euphorischen Gestikulierens das Rotweinglas um. Es scheppert laut und vergießt den kostbaren Inhalt über den weißen Langflorteppich. Was tun?

Service – Soll man den Teppich selbst reinigen oder professionell reinigen lassen?

Klar kann man selbst aktiv werden, aber es besteht auch die Option, den Teppich professionell reinigen zu lassen. Und warum nicht die Expertise entsprechender, im Umgang mit möglichen Chemikalien versierter Personen in Anspruch zu nehmen? Natürlich ist eine Reinigung durch Leute, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen, mit gewissen Kosten verbunden – aber erstens verdienen diese Leute damit ihren Lebensunterhalt und zweitens können diese Leute das im Zweifelsfall sogar besser und gründlicher. Immerhin haben diese Personen das notwendige Handwerkszeug gelernt, während man selbst im besten Fall ein talentierter Amateur in Reinigungsfragen ist, der sich durch Omas Haushaltstipps über Wasser hält. Deswegen sollte man besonders bei Teppichen, deren Anschaffung ziemlich kostenintensiv war, jene Webware vertrauensvoll in die Hände der Profis legen.

Verschiedene Möglichkeiten der Reinigung

Jetzt kann es sein, dass man selbst reinigend tätig sein möchte. Entweder will man zeigen, dass man es kann, um darüber im Rahmen des Schreibwettbewerbes der Hanns-Seidel-Stiftung zur Thematik „Freundschaft“ darüber zu referieren, wie die Reinigung des eigenen Teppichs einen zum Reinigungshelden für die Nachbarschaft gemacht hat.

Oder man denkt sich, dass der Teppich immer noch ein 15 Euro Schnapper des Discounters war und nicht der Rimini-Altar in Frankfurt. Und unter diesen Gesichtspunkten werfen wir mal einen Blick auf die unterschiedlichen Arten und Weisen des Teppichreinigens.

Trockenreinigung

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Hiermit ist die einfachste Art des Reinigens gemeint. Man nehme wahlweise einen Teppichklopfer oder einen Staubsauger. Bei letzterer Wahl muss ein wenig Acht gegeben werden. Es ist extrem wichtig, dass der Bürstenaufsatz passt. Bei Teppichen, deren Flor kurz ist, ist der Aufsatz mit längeren Bürstenhaaren notwendig. So wird auch tief im Gewebe sitzendem Staub und Schmutz der Kampf angesagt. Langflorteppiche benötigen den Aufsatz ohne Bürsten. Und dann wird der Staubsauger mit sanftem Druck über den Teppich geführt, jede Stelle mehrfach überstrichen, damit gewährleistet ist, dass der Staub, der auf den Fasern sitzt, aufgenommen werden kann.

Foto: Gustavo Fring/Pexels

Die Methode des Teppichklopfers eignet sich für ältere Teppiche und ist effektiv. Hierzu benötigt man eine Teppichstange und klopft den Teppich draußen ab. Diese Methoden sind schön, gut und geeignet, wenn es nur um Staub und Dreckpartikel geht. Ab da, wo Flecken ins Spiel kommen, muss anderweitig gearbeitet werden. Also geht es an die nächste Methode.

Nassreinigung

Wahlweise wird der Teppich manuell mit einem in Wasser und Reinigungsmittel benetzten Schwamm vorbereitet und dann mit einem Nass-Trockensauger bearbeitet oder man greift gleich zu einem sogenannten „Waschsauger“. Dieser erledigt die notwendigen Schritte alle in einem einzigen Gang.

Waschen

Alternativ lässt sich ein Teppich, der klein genug ist, natürlich in eine Waschmaschine legen. Hier wird der Feinwaschgang empfohlen – bitte ohne schleudern – und dann sollte die Webware im Freien zum Trocknen aufgehängt werden.

Welche Reinigungsmittel für die Teppichreinigung?

Wenn tatsächlich eine eigenständige Teppichreinigung eingeplant ist, greift man natürlich zu entsprechenden Substanzen. Es gibt einmal die Methode des Flüssigreinigens und einmal die des Reinigungspulvers. Was es damit auf sich hat?

Flüssigreiniger oder Schaum

Diese sind einfach anzuwenden. Die Schaumlösung wird direkt per Sprühflasche appliziert, während die Flüssigreinigung per Schwamm aufgetupft wird. Diese sind geeignet für Kurz- bis Mittelflor mit mittlerer, oder besser noch: leichter, Verschmutzung. Dies hat den Hintergrund, dass gerade der Schaum lediglich die oberen Schichten erreicht.

Reinigungspulver

Das Pulver ist zwar aufwendiger, dafür dringt es in tiefe Schichten ein und lässt sich auch bei Langflorteppichen verwenden. Es wird aufgetragen, eingebürstet und nach ungefähr 30 Minuten vom Teppich abgesaugt.

Fazit

Sollte immer noch die Idee vorherrschen, selbst Hand an die Teppichreinigung legen zu wollen, hat man nun die Basisinformationen, wie dies zu bewerkstelligen wäre. Dennoch raten wir an dieser Stelle, sich mit kompetenten, in der Sache geschulten Leuten zu unterhalten. Hier kann man weitere Tipps und Tricks erfahren. (opm)

Quellen: https://www.zeit.de/2022/16/rimini-altar-restaurierung-alabster-kunsthistorik-chemie