Zwölf Meter Weihnachtsgeschichte: Der KKV Viersen blickte hinter die Kulissen der Krippe in St. Notburga

Mit einem Blick für das Detail und viel Hintergrundwissen ist der KKV Viersen am gestrigen Dienstag ins neue Jahr gestartet. In der Kirche St. Notburga stand eine Krippenbesichtigung auf dem Programm, die deutlich mehr bot als einen flüchtigen Rundgang durch die Weihnachtsdarstellung.
Von RS-Redakteurin Nadja Becker und Martin Häming

Viersen – Die Mitglieder des KKV – Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung – sowie interessierte Gäste nahmen die gerne Einladung an und tauchten gemeinsam in eine der größten Krippenlandschaften der Stadt ein, denn auf einer beeindruckenden Länge von zwölf Metern entfaltet sich in St. Notburga die Weihnachtsgeschichte als plastisches Gesamtbild.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Die einzelnen Figuren, jeweils rund 50 Zentimeter hoch, wirken dabei fast lebensgroß. Insgesamt 21 Figuren sind Teil der Szene, ergänzt durch zahlreiche Tiere, die der Darstellung Lebendigkeit und Tiefe verleihen. Viele Besucher hatten die Krippe zwar schon gesehen – doch erst im Rahmen der Führung wurde deutlich, wie viel Arbeit, Sorgfalt und Tradition in ihr steckt.

Durch die Krippenlandschaft führte Pfarrer Klaus Grafe, geistlicher Beirat des KKV. Mit spürbarer Begeisterung erläuterte er Aufbau, Symbolik und Besonderheiten der Darstellung. Grafe beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Krippenkunst, sammelt Krippen aus verschiedenen Ländern und hat seine Sammlung bereits mehrfach in Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses umfassende Wissen floss auch in die Führung ein und eröffnete den Zuhörern neue Perspektiven auf scheinbar vertraute Motive.

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming

Eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Krippe spielt Küster Helmut Stecken. Ihm ist es zu verdanken, dass die umfangreiche Landschaft Jahr für Jahr aufgebaut, wieder abgebaut und sicher eingelagert wird. Seit mittlerweile 32 Jahren kümmert er sich um die Krippe in St. Notburga. Der Aufwand ist erheblich: Rund drei Tage dauert allein der Aufbau. Besonders arbeitsintensiv ist das „Grün stecken“, bei dem die etwa 1,20 Meter hohe Rückwand, die auf einem stabilen Gestell steht, mit Zweigen gestaltet wird – dabei ist Stecken auf helfende Hände angewiesen, die Feinarbeiten übernimmt er in jedem Jahr selbst.

Wie alt die Figuren selbst sind, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Sicher ist jedoch, dass sie über Jahrzehnte hinweg nichts von ihrer Ausstrahlung verloren haben. Die Besichtigung machte deutlich, dass die Krippe in St. Notburga nicht nur ein weihnachtliches Schmuckstück ist, sondern ein gewachsenes Kunstwerk, das Engagement, Glauben und Tradition miteinander verbindet. (nb)

Foto: Rheinischer Spiegel/Martin Häming